Na, schon zugemüllt? Teil 3

Lernen ohne Leiden

Willkommen zurück zu Teil 3 mittlerweile von meiner Videoserie, die da heißt „Na, schon zugemüllt?“.

Am Ende von Teil 2 haben wir gesehen, dass die letzten 10 Prozent des Lernstoffes 30 bis 40 Prozent des Materials ausmachen und wir im Prinzip gar nicht diese Dreieckstruktur haben, die haben wir nur bishier,bis zu den 90 Prozent, und dann ufert das Ganze aus. Und wir haben gesehen, dass dieses Problem bei mir anders gelöst wird als anderswo.

Die Essenz von Teil 2 ist folgende Essenz: Anderswo werden Sie zu 100 Prozent, zu 100 Prozent meint 100 Prozent des Lernstoffes, zu 100 Prozentunstrukturiert zugemüllt. Sie wissen schon: Das sind kopierte Skripte, das sind kopierte Folien, das sind aus Lehrbüchern rauskopierte Seiten und so weiter, und so weiter, und so weiter. Bei mir, meine Formel ist seit 25 Jahren: 90 Prozent des Lernstoffes für 90 Prozent der Leute. 90 Prozent d.L. für 90 Prozent d.L. – 90 Prozent des Lernstoffes für 90 Prozent der Leute. Das ist meine Formel.

Bücher

Und ich möchte in diesem Video die Frage beantworten, warum das so ist, warum Sie anderswo zu 100 Prozent unstrukturiert zugemüllt werden.

Also was sind die Gründe dafür? Und die Gründe, aus meiner Sicht gibt es zwei, es sind also zwei wesentliche Gründe

  • Das eine ist Unvermögen. Ich erkläre das sofort.
  • Der zweite Grund ist Angst.

Unvermögen

Was meine ich mit Unvermögen? Meine ich, dass diese Leute keine betriebswirtschaftliche Fachkompetenz hätten? Nein, das meine ich ausdrücklich nicht. Aber die Struktur der Wissensvermittlung macht ein geschlossenes, aufeinander abgestimmtes, strukturiertes Konzept für andere unmöglich. Warum? Ich habe es oft erklärt, deswegen mache ich es hier kurz. Ich mache es am Beispiel vom Betriebswirt/in (IHK), ich könnte den Wirtschaftsfachwirtnehmen, den technischen Betriebswirt, den Industriefachwirt, völlig egal. Einendieser Abschlüsse. Da haben Sie jetzt beim Betriebswirt sieben Fächer: Fach 1, Fach 2, Fach 3, Fach4, Fach 5, Fach 6, Fach 7. Dementsprechend lösen die allermeisten Anbieter dieses Problem so, dass sie jetzt mit sieben Dozenten anrücken. Sie haben Dozent 1, Dozent 2, Dozent3, Dozent 4, Dozent 5, Dozent 6, Dozent 7. Damit haben Sie ganz automatisch eine Trennung, denn diese Dozenten kennen sich untereinander vielleicht vom Namen her, aber eines passiert nicht: Dort werden nicht die Skripte aufeinander abgestimmt.

Schule

Dafür bräuchte man auch eine gewisse Weisungsgebundenheit, die man gegenüber einem Dozenten gar nicht hat. Der Weiterbildungsträger kann dem Dozenten schlecht vorschreiben, mit welchen Skripten erarbeiten soll. Der Dozent sagt: „Ich habe meine eigenen Skripte hier.“Der eine hat Skripte, der andere kopiert was aus Büchern raus, der dritte hat Folien, die er dann als Kopien ausgibt und so weiter. Mit der Ausgabe von Lernmaterial sind die Leute in der Regel sehr großzügig, was auch daran liegt, dass an jeder Ecke ein Kopierer steht und das schnell und auch preisgünstig gemacht ist.

Die Folge allerdings davon ist, dass es hier kein aufeinander abgestimmtes Lernkonzept geben kann. Das meine ich mit Unvermögen. Es ist nicht möglich. Der Weiterbildungsträgerkann es nicht. Und, und das mag jetzt arrogant klingen, aber es ist so –belehrt mich eines Besseren. Aber ich mache das, was ich hier mache, seit 25 Jahren. Mir ist in den 25 Jahren ein einziger Dozent begegnet, der die Fachkompetenz hatte, alle Gebiete eines Lehrgangsabdecken zu können, also z.B. beim Betriebswirt/in (IHK)alle Gebiete so gut zu beherrschen, dass er sie vermitteln konnte.

Aber mir ist keiner begegnet, der dann noch in der Lage war, das in entsprechendes Lehrmaterial zu gießen. daraus gutes Lehrmaterial zu machen. Kein einziger ist mir begegnet. Ich bin der Einzige, der mir je begegnet ist in ganz Deutschland, der von seiner Fachkompetenz alle diese Gebiete beherrscht. Eines Lehrgangs, also beim Technischen Betriebswirt alle Gebiete beherrscht, beim Personalfachkaufmann alle Gebiete beherrscht, beim Betriebswirt alle Gebiete beherrscht und so weiter. Und in der Lage ist, das in Lehrmaterial umzusetzen, diese Kenntnisse in Lehrmaterial umzusetzen.

Und das ist der erste Grund: Weil es diesen Dozenten nichtgibt. Und gäbe esihn, müsste er sich monatelang, um nicht zu sagen, jahrelang irgendwo eingraben, um diese ganzen Lehr-und Lernkonzepte zu schreiben. Und dafür haben Dozenten meistens überhaupt keinen Freiraum, weil die auf die Bühne müssen, um Geld zu verdienen.

Da müsste also ein Weiterbildungsträger über, mit Sicherheit für so ein Konzept wie Betriebswirt/in (IHK), für sagen wir mal, anderthalb Jahre mindestens einen Dozenten bezahlen, der das Ganze als einheitliches Konzept schreibt.

Können Sie vergessen.Gibt es nicht, macht keiner. Deswegen basteln sie alle mit diesen Modellen. Es gibt noch Leute, die basteln mit fächerweisem Zusammenlegen, was noch schlimmer ist. Auch dazu habe ich Videos gemacht. Das meine ich mit Unvermögen. Die Struktur, die hier gegeben ist, erfordert eine sehr, sehr hohe Fachkompetenz und eine sehr, sehr hohe Methodenkompetenz. Und soweit ich sehen kann, bin ich der Einzige, der das kann. Das ist der eine Grund.

Der zweite Grund ist Angst. Angst vor was?

Angst vor Klagen. Denn es kann ja sein, dass irgendein Teilnehmer, der zum Beispielnicht zufrieden ist oder der durchgefallen ist, den Weiterbildungsträger verklagt und sagt: „Das hier ist in der Prüfung gefragt worden. Thema X ist in der Prüfung gefragt worden, und es ist mir aber nicht vermittelt worden…“Was macht der Weiterbildungsträger? Der hat in der Regel auch nicht die Fachkompetenz. Der spricht den entsprechenden Dozenten an, sagen wir Dozent3. Was sagt Dozent 3? Der sagt: „Ja, also das steht ja irgendwo auf den Seiten 135 bis 413, die ich kopiert den Leuten ausgegeben habe.“ Und dannsagt der Weiterbildungsträger vielleicht noch: „Ja, und warum haben Sie dasnicht vermittelt?“–„Ja, da hatte ich irgendwie keine Zeit, oder das Stundenbudget war zu gering. Blablabla. “Meistens fragt der Bildungsträger da gar nicht mehr, sondern jetzt hat er das Alibi und kann sagen: „Dozent Sowieso hat diese Lehrunterlagen ausgegeben.“Das sind dann einfach nur Kopien aus den Büchern, aus irgendwelchen Lehrbüchern.  Hat also die Leute mit anderen Worten zugemüllt, kann aber immer darauf Bezug nehmen bei einer Klage. Und mit diesem Zynismus funktioniert das. Keiner redet darüber, dass keiner der Teilnehmer in der Lage ist, den ganzen Müll zu verarbeiten.

Angstvisionen

Wie soll das denn gehen? Die Leute haben die Zeit nicht, und sie haben auch die Kenntnisse und Fähigkeiten nicht. Wie soll das denn gehen? Von einem Gebiet,wie soll man ein Gebiet kategorisieren und strukturieren, das man doch gerade erst lernen will? Wenn man das alles absolviert hat und dann ein bisschen Erfahrung gesammelt hat, dann ist man vielleicht in der Lage, diesen ganzen Müll zu strukturieren, aber doch nicht während des Lernprozesses. Aber darüber redet keiner. Man kann dann sagen. „Ja, haben wir den Leuten doch gegeben.Folie13 von den 135 Folien, die die Leute bekommen haben, da steht es ja.Also,wie können Sie uns verklagenhier?“ Und dann wird die Klage abgewiesen und so weiter,und so weiter. Also: Alibi könnte man auch sagen. Dieser Müll hat eine Alibifunktion, weil die Weiterbildungsträger Angst vor Klagen haben.

Meine Formel

Und bei mir ist es anders. Ich habe keine Angst vor Klagen. Und ich bin, soweit ich sehen kann, der einzige, der die Fachkompetenz hat über diese ganzen Gebiete, und der auch in der Lage ist, diese Fachkompetenz in Lehr-und Lernmaterial umzusetzen. Was selten ist,offensichtlich.Es gibt Leute, die ein Gebiet sehr, sehr gut beherrschen, aber die können es nicht lehren. Und bei mir ist diese Kombination aus irgendwelchen Gründen, über die ich jetzt lange philosophieren oder auch erzählen könnte, warum mein Leben sich so entwickelt hat, dass ich mir das erarbeitet habe. Aber das ist der Grund. Das ist der Grund, warum ich diese Philosophie hier verfolgen kann: 90 Prozent des Lernstoffesfür 90 Prozent der Leute. Bei mir gibt es kein Zumüllen. Bei mir gibt es nur eine strukturierte Vermittlung von 90 Prozent.

Die Bestandteile der Spaßlerndenk-Methode

90 Prozent strukturiert statt 100 Prozent unstrukturiert. Schreiben wir es nochmal hin:90 Prozent strukturiert, so wie ich es oft beschrieben habe–hier, von der Wurzel ausgehend über den Stamm, die Äste, die Zweige und die Blätter,und ab und zu auch mal schauen wir uns die Maserungeneines Blattes an. Aber die Grenze ist eben bei 90 Prozent und nicht bei 100 Prozent.

So, jetzt wissen Sie ein bisschen mehr, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Das sind die Hintergründe.Das sind die Gründe und gleichzeitig auch die Hintergründe, warum Sie alle, die mir E-Mails schreiben und noch viele, die mirbis heute keine E-Mails geschrieben haben, aber das gleiche Problem haben, damit 100 Prozent unstrukturiertemMüll zuhause in ihrer Verzweiflung sitzen.

Alles Gute,
Marius Ebert

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