IHK-Prüfungsfrage: Wie machen Sie eine Kostenermittlung?

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Hallo und herzlich wilkommen. In diesem Video möchte ich einmal eine Prüfungsfrage aufgreifen, und zwar eine Prüfungsfrage aus einer mündlichen Prüfung. Stellen wir uns zum Beispiel die Situation vor, dass jemand in seiner situationsbezogenen Präsentation steht, also zum Beispiel beim Wirtschaftsfachwirt gerade seine Thema präsentiert hat. Und dann kommt die Frage: Wie machen Sie überhaupt eine Kostenbetrachtung? Sie haben irgendein Thema gerade präsentiert und haben auf verschiedene Aspekte dieses Themas hingewiesen, aber Sie sind nicht so sehr in die Zahlen eingestiegen. Und jetzt kommt einer dieser gemeinen Prüfer und geht in Richtung Zahlen, was ja immer als schwierig empfunden wird, und fragt: Wie machen Sie eine Kostenbetrachtung? Und Ihre Antwort ist zunächst einmal: So, wie immer. Das soll jetzt nicht arrogant klingen, und das sollten Sie sich vielleicht auch nur denken und nicht sagen. Denn wie macht man eine Kostenbetrachtung? „So, wie immer“ bedeutet, dass es zwei Schritte gibt. Eine Kostenbetrachtung macht man durch zwei Schritte.

 

Erster Schritt: Mengengerüst

Erstens: das Mengengerüst. Zweiter Schritt: das Wertegerüst. Betrachten wir zunächst den ersten Schritt, also das Mengengerüst. Diese beiden Dinge sollten Sie sich merken: Kostenbetrachtung; erstens Mengengerüst, zweitens Wertegerüst. Wie macht man das Mengengerüst? Jetzt müssen Sie sich noch einen Begriff merken, und zwar Kostenarten. Ich erfasse die verschiedenen Kostenarten zunächst einmal nach ihrer Menge. Stellen Sie sich vor, dass wir Material haben. Daraus ergeben sich später Materialkosten. Wir haben Energie, daraus ergeben sich nachher Energiekosten. Und wir haben fast immer den Faktor Zeit. Das sind nur drei Beispiele. Hier könnte auch noch Benzin stehen. Verschiedene Kostenarten.

Und Mengengerüst bedeutet, dass wir hier in unserer Tabelle eine Spalte machen. Denn ihr Ermächtigungsinstrument ist eine Tabelle, in der wir hier zunächst die Mengen erfassen. Bei einem bestimmten Material wären das zum Beispiel Stück, bei Energie wäre es Kilowatt/Stunde, bei Zeit wären es Stunden und bei Benzin wären es Liter. Hier haben wir also verschiedene Einheiten, je nach dem in welcher Einheit wir messen. Wenn wir gleich auf das Wertesystem eingehen, dann werden wir sehen, dass wir die Mengen alle umdimensionieren und aus dem Ganzen am Ende € machen. Aber das ist der zweite Schritt. Erster Schritt bedeutet also Mengengerüst. Die verschiedenen Kostenarten werden in einer Tabelle aufgelistet, in der wir in der zweiten Spalte die Mengen erfassen.

 

Zweiter Schritt: Mengengerüst

Jetzt kommt der zweite Schritt. Das ist das Wertegerüst. Und in diesem Wertegerüst werden wir nun die verschiedenen Kostenarten, die wir ja hier haben – Material, Energie, Zeit, usw. – um eine weitere Spalte in der Tabelle ergänzen. Und wo wir hier im ersten Schritt die Mengen erfasst haben, werden wir jetzt einen Wertefaktor einführen. Wenn wir zum Beispiel hier beim Material die Stückzahl stehen haben, dann ahben wir hier einen Faktor, der Kosten € / Stück haben. Wenn wir bei Energie die Einheit Kilowatt / h haben, dann haben wir € / (Kilowatt /h). Wie viel kostet eine Kilowattstunde? Wenn wir hier Zeit, also die Stunden haben, dann haben wir € / Stunde, sagen wir 30 € / Stunde oder was auch immer.

Wir haben hier also mit anderen Worten die Kosten / Einheit, was auch immer die Einheit ist (Stück, Kilowattstunden, Stunden, Liter…). Und dann ist – und Sie merken schon, dass wir fast am Ergebnis sind – jetzt nur noch der Schritt, eine Multiplikation durchzuführen. Ich multipliziere die Mengen mit dem Kosten / Einheit- Faktor und komme auf das Wertegerüst, das heißt, dass ich auch die Kosten komme. Und ich bin jetzt hier bei €. Und das sind dann meine Kosten.

 

Zusammenfassung: Wie macht man eine Kostenbetrachtung?

Also: Antwort auf die Frage: Wie machen Sie denn eine Kostenbetrachtung?  So, wie immer! Ich stelle das Wertegerüst auf, indem ich die verschiedenen Kostenarten in einer Tabelle, zunächst einmal in der ersten Spalte, aufliste, in der nächsten Spalte die Mengen notiere, in der nächsten Spalte die Kosten für die jeweilige Einheit, in der ich die Menge messe und das Ganze dann multipliziere und addiere. Und dann habe ich hier unten das Ergebnis, das sind die Kosten. So macht man eine Kostenbetrachtung. Immer. Die Details mögen sich ändern (zum Beispiel die Kostenarten), aber die Struktur und die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Und es ist im Grunde auch mathematisch nicht schwer. Es ist die Multiplikation und es ist die Addition. Das heißt, dass wir im Bereich der vier Grundrechenarten sind.

Schmeißen Sie also den Glaubenssatz, dass das Ganze hier schwierig sei, raus. Das ist es nämlich überhaupt nicht. Man muss nur die Vorgehensweise verstanden haben, darum geht es hier. Und wir erkennen an dieser Stelle auch wieder, was Kosten sind, und das soll auch den Abschluss bilden. Kosten sind nicht das, was ich für etwas bezahle, sondern Kosten sind betriebsbedingter Werteverzehr in Geld bewertet. Das ist die Definition von Kosten. Was ist der betriebsbedingte Werteverzehr? Das ist zunächst mein Mengengerüst. Und zwar: Die verschiedenen Kostenarten, alle schön in einer Tabelle aufgelistet, das ist die erste Spalte der Tabelle. Und dann kommt in Spalte 2 und dann in Spalte 3 die Bewertung mit Geld. Das ist Spalte 2 und Spalte 3. Ich habe die Kostenarten aufgelistet, habe dann hier die Mengen erfasst, habe also zum Beispiel für die Kostenart Zeit die Stunden erfasst, habe hier den Faktor € / Stunde, mache dann eine Multiplikation der Stundenzahl mit dem Stundensatz und komme dann hier in Spalte 3 zum Wertegerüst.

 

                                                                 © Dr. Marius Ebert

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