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Betriebswirt/in IHK: Controlling

Begriff des Controlling

 

Controlling bedeutet Steuerung, Planung und Kontrolle in Bezug auf ein definiertes Erfolgsziel. Controlling kann sowohl für eine einzelne Abteilung eingerichtet werden (z. B. F. u. E.-Controlling, Marketing-Controlling),  wie auch für das gesamte Unter-nehmen.

 

 

Abgrenzung zur Revision ( = Überprüfung des Rechnungswesens)

 

Das Controlling ist erfolgsorientiert, die Revision ist ordnungsorientiert.

 

Während es beim Rechnungswesen vor allem um die richtige Erfassung der Sachverhalte geht (z. B. durch richtige Verbuchung), geht es im Controlling vor allem um die richtige Handlung, das heißt, man muss aus den Informationen die richtigen Schlüsse ziehen. Das Rechnungswesen erfasst nur bereits vergangene Sachver-halte. Es benutzt dabei eine fachspezifische Sprache, mit vielen Fachausdrücken, die nur dem entsprechenden Fachmann verständlich sind. Das Controlling muss sich um die aktuelle Situation und um die Zukunft kümmern und dabei eine allgemein verständliche Sprache verwenden.

 

 Die interne  Revision ist eine unternehmensinterne Überwachungsinstanz, während man unter der externen Revision die (gesetzlich vorgeschriebene) Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer versteht.

 

 

Aufgaben des Controllers

 

Der Controller ist ein Navigator oder Lotse. Er muss dafür sorgen, dass die Abtei-lungsleiter mit ihren "Schiffen" sicher im unruhigen "geschäftlichen Meer" operieren1. Etwas moderner könnte man heute auch sagen: der Controller ist das Navigations-system des Unternehmens. Der Controller ist also kein Kontrolleur. Seine wichtigste Aufgabe ist es, zielgerichtet Informationen zu beschaffen und auszuwerten. Noch einfacher ausgedrückt: Der Controller muss die richtigen Fragen stellen und die Ant-worten der Geschäftsleitung kommunizieren.

 

Vor allem bei Soll-/Ist-Abweichungen muss er berichten, wie hoch diese Abweichung ist, und warum  sie entstanden ist.

 

 

Fragen des Controllers, Beispiele

 

Als Beispiele für Fragen, die ein Controller stellen könnte, wären zu nennen:

 

Wo soll das Unternehmen in fünf Jahren stehen?

 

An welchen Produkten verdienen wir, und wo setzen wir zu?

 

Wie wirkt sich die Maßnahme X auf den Erfolg aus?

 

 

Bereiche des Controlling ("Bindestrich-Controlling")

 

Der Begriff "Bindestrich-Controlling" macht deutlich, dass heute in fast jedem unter-nehmerischen Teilbereich ein Controller arbeiten kann. Als Beispiele für Bereiche des Controlling kennen wir:

 

                                               Einkaufs-Controlling

 

                                               Investitions-Controlling

 

                                               Logistik-Controlling

 

                                               Personal-Controlling

 

                                               Marketing-Controlling

 

                                               Bildungs-Controlling

 

 

Anforderungen an den Controller

 

Der Controller wird fachlich und charakterlich sehr gefordert. Er muss die Controlling-Instrumente gut kennen und anwenden können. Fast noch wichtiger aber sind bestimmte menschliche Qualitäten, die der Controller mitbringen muss. Er muss Konflikte moderieren können,

 

 

 

 

 

unterschiedliche Charaktere koordinieren und Menschen motivieren können. Kurz: der Controller muss ein fachkompetenter Moderator sein. Seine Fachkompentenz muss ihm Autorität einbringen, seine Persönlichkeit Akzeptanz.

 

 

Einflussgrößen auf das Controlling

 

Wie man nun "richtiges" Controlling macht, kann nicht allgemein beantwortet werden. Die Antwort auf diese Frage lautet: "Es kommt darauf an." Das bedeutet, dass man beim Controlling sehr genau auf die unter-schiedlichen Einflussgrößen („Deter-minanten“) achten muss. Solche Einflussgrößen sind z. B. die Unternehmensgröße, die Branche und auch die Zielsetzung des Unternehmens. So sieht das Controlling in einer "Non-Profit-Organisation", wie z. B. einem gemeinnützigen Verein, anders aus, als in einem gewinnorientierten Unternehmen. Diese Abhängigkeit von den Einfluss-größen führt oft zu Missverständnissen darüber, was Controlling eigentlich ist. Zwar haben sich die Aufgaben des Controlling inzwischen stärker herauskristallisiert, jedoch kann man auch heute noch mit gewisser Berechtigung sagen, dass Controlling das ist, was das spezielle Unternehmen darunter versteht. Wer sich also auf eine Stelle als Controller bewirbt, der erkundige sich vorher möglichst genau, was ihn erwartet.

 

 

Organisatorische Einbindung des Controlling

 

Eine allgemeingültige Aussage über die "richtige" Controlling-Organisation gibt es nicht. Die Antwort auf diese Frage hängt vor allem stark von der Unternehmensgröße ab.

 

In kleinen und mittelgroßen Unternehmen wird das Controlling häufig von der Ge-schäftsleitung selbst wahrgenommen.

 

In großen Unternehmen finden sich hingegen eigene Controllingstellen oder sogar Controlling-Abteilungen. Dabei sind verschiedene Variationen denkbar. Man kann das Controlling als eigene Abteilung der Geschäftsleitung unmittelbar unterordnen. Man spricht hier von der Zuordnung des Controlling zur zweiten Leitungsebene.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In sehr großen Unternehmen gibt es sogar den Vorstandsbereich "Controlling". In diesem Fall ist das Controlling nicht der Geschäftsführung untergeordnet, sondern sogar Teil der Geschäftsführung und gehört damit zur ersten Leitungsebene.

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso gibt es keine allgemeingültige Aussage, ob man das Controlling als Stabs-stelle oder als Linienstelle in die Aufbauorganisation eingliedern sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Controlling als Stabsstelle

 

Der Controller muss unabhängig und neutral sein. Deswegen wird er in einigen Unternehmen als Stabsstelle unmittelbar dem Vorstand zugeordnet. Stabsstellen dürfen keine Entscheidungen treffen und keine Anweisungen geben. Sie sollen be-raten und Entscheidungen vorbereiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Controlling als Linienstelle

 

Das "Bindestrich-Controlling" findet man oft als Linienstelle und zwar dem jeweiligen Geschäftsbereichs-Leiter untergeordnet. So findet sich das Forschungs- und Ent-wicklungs-Controlling als Linieninstanz, dem Leiter der Forschungs- und Entwick-lungs-Abteilung untergeordnet. Gibt es im Unternehmen noch einen Zentralbereich "Controlling", so ist der Controller des speziellen Unternehmensbereichs zusätzlich den fachlichen Weisungen des Zentral-Controllers unterstellt. Man spricht in diesem Fall von einer "Dotted-Line-Organisation" ("gestrichelte Linie").

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bereichs-Controller hat in diesem Falle zwei Vorgesetzte. Der Bereichsleiter ist sein Disziplinarvorgesetzter und der Zentral-Controller sein fachbezogener Vor-gesetzter. Dies kann zu Konflikten führen. In der Praxis wählt man daher oft eine wechselnde Kompetenzregelung, je nach Aufgabe.

 

 

Controlling und Profitcenter

 

Das Profit-Center ist eine Sparte mit eigener Gewinnverantwortung. Eine Sparte kann grundsätzlich nach Produkten, nach Gebieten oder nach Kunden organisiert sein. Ein Profit-Center bekommt eine Gewinn-Größe von der Geschäftsleitung vorgegeben. Wie es diese Größe erreicht, bleibt dem Profit-Center überlassen. Vor diesem Hintergrund ist das Profit-Center eine Organisationsform, die ein gutes Controlling von vorneherein fördert. Der Leiter des Profit-Centers will und muss ständig wissen, wie weit er noch vom vorgegebenen Ziel entfernt ist und wie be-stimmte Maßnahmen greifen.

 

 

 

Controlling, zukünftige Entwicklung

 

Controlling ist das Navigationssystem der Unternehmung. Die zukünftige Entwick-lung des Controlling ist daher eng mit den allgemeinen Anforderungen an die "rich-tige" Unternehmensleitung gebunden.

 

 

 

 

 

Hieraus ergeben sich drei Perspektiven. Controlling wird sich mehr und mehr ziel-gruppenorientiert am Kunden ausrichten müssen („Denken im Kopf des Kunden“). Intern wird vom Controller das "Denken im Kopf des Mitarbeiters" gefordert. Er muss verständliche und einfache Steuerungsgrößen für alle Mitarbeiter entwickeln, so dass sich jeder Mitarbeiter in seinem Bereich selber steuern kann. Die dritte Entwicklung ist die prozessorientierte kontinuierliche Verbesserung. Große unterneh-merische Umwälzungen geschehen vor allem in Krisenzeiten und sind nicht das Hauptziel des Controlling. Der Controller sollte sich daher darauf konzentrieren, Arbeitsprozesse immer weiter zu verbessern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 Definition in Anlehnung an Deyle, A.: Controller-Praxis. Deyle war einer der Wegbereiter des Con-trollings in Deutschland.

Betriebswirt/in IHK Controlling, Planung

 

Planung, Begriff

 

Planen bedeutet, dass ich Entscheidungen gedanklich vorwegnehme. Ich befinde mich bei der Planung in einer Situation der Unsicherheit, hervorgerufen durch unvoll-ständige Information.

 

Planen ist also das gedankliche Vorwegnehmen der Zukunft unter Unsicherheit.

 

Doch warum ist Planung wichtig?

 

 

Planung, Bedeutung

 

Planen baut Unsicherheit ab, der Mensch fühlt sich für die Zukunft besser gerüstet, als ohne Plan. Planung kann motivieren, die Kreativität fördern und eventuell Fehl-entscheidungen vermeiden.

 

 

Planung, Phasen

 

Eine Planung besteht aus mehreren Phasen. Zunächst muss ein Ziel gefunden werden, denn ohne Ziele ist Planung sinnlos. Danach werden verschiedene Lösungsalternativen gesucht, die helfen können, das Ziel zu erreichen. In der 3. Phase entscheidet man sich für eine bestimmte Alternative, die man in der 4. Phase umsetzt. Die 5. Phase schließlich ist die Kontrollphase. Wenn man nicht mehr nur am Ende der Planung die Ergebnisse kontrolliert, sondern stattdessen die Prozess laufend steuert, spricht man vom Controlling, das wir später noch betrachten werden.

 

 

 

Planung und zeitlicher Horizont

 

Je nachdem, für welche Zeiträume man plant, unterscheidet man die strategische, die taktische und die operative Planung.

 

Strategische Planung ist langfristig und grundsätzlich. Sie hat einen Zeithorizont von ca. 5 Jahren und beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen, wie z. B. der zukünf-tigen Organisationsstruktur und der Produktpalette.

 

Die taktische Planung wird aus der strategischen Planung abgeleitet und bezieht sich auf einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren.  Es handelt sich also um eine mittel-fristige Planung.

 

 

 

Die operative Planung ist kurzfristig. Sie bezieht sich auf Wochen oder Monate. In der operativen Planung, werden konkrete Handlungspläne entwickelt, die die Ziele der strategischen Planung umsetzen sollen, wie zum Beispiel kurzfristige Perso-naleinsatzplanung und kurzfristige Maschinenbelegungsplanung.

 

 

 

Planung, rollierende (revolvierend, rollend)

 

Da jedoch diese Einteilung in lang-, mittel-, und kurzfristig in der Praxis oft nicht ein-deutig ist und die Grenzen zwischen strategischer und taktischer Planung oft ver-schwimmen, nutzen viele Unternehmen die so genannte rollierende Planung. Rol-lierende Planung bedeutet, das neu auftretende Informationen genutzt werden, um die Planung zu verbessern. Das Unternehmen befindet sich also in einem ständigen Planungsprozess und kombiniert lang-, mittel- und kurzfristige Planung.

 

 

 

Planungsverfahren, Top-Down, Bottom-up (Gegenstrom-Verf.)

 

Wie läuft eine Planung konkret ab? Oft findet man in der Praxis das so genannte Top-Down, Bottom-up Verfahren, das auch Gegenstrom-Verfahren genannt wird. Bei diesem Verfahren gibt die Unternehmensleitung die Ziele vor und die zweite Füh-rungssebene setzt sie um. Dies ist das Top-Down Verfahren. Die dabei entwickelten Maßnahmen werden der Unternehmensführung gemeldet und von dieser genehmigt (Bottom-up).

 

 

 

Planung, Einflussgrößen

 

Die Planung unterliegt internen und externen Einflussgrößen. Externe Einfluss-größen sind zum Beispiel das Kundenverhalten, die technische Entwicklung, die demographische Entwicklung und die ökologische Entwicklung. Interne Einfluss-größen auf die Planung sind z. B. die finanzielle Situation, die personelle Aus-stattung, der momentane Marktanteil usw.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Planung, Ziele: quantitativ (monetär) und qualitativ (nicht monetär)

 

Wie wir schon gesehen haben, setzt Planung Ziele voraus. Wir können dabei quanti-tative (monetäre) Ziele und qualitative (nicht monetäre Ziele) unterscheiden. Quan-titative Ziele lassen sich in Zahlen messen, qualitative Ziele muss man messbar machen. Beispiele für quantitative Ziele sind: Umsatzerhöhung, Gewinnsteigerung, Marktanteilserhöhung. Beispiele für qualitative Ziele sind: Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit.

 

 
 

 

      Wenn Du es nicht messen kannst, musst Du es messbar machen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Planung, Zielbeziehungen

 

Ziele können zueinander in einer komplementären, das heißt sich ergänzenden Beziehung stehen. Es kann aber auch sein, dass es einen Zielkonflikt gibt oder zwei Ziele sich nicht berühren (Zielneutralität, auch Zielindifferenz genannt).

 

 

 

Planung, Zeitbezug der Ziele

 

Wie wir vorhin schon gesehen haben, kann man Ziele auch nach ihrem Zeitbezug unterscheiden und zwar in langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele.

 

 

 

Planung, Zielhierarchien

 

Die nächste Unterscheidungsmöglichkeit für Ziele ist die der Zielhierarchie. Danach kann man Oberziele, Zwischenziele und Unterziele voneinander unterscheiden. Wenn ein Unternehmen das Oberziel hat, seine Gewinnsituation zu verbessern, dann könnte die Senkung der Reklamationsquote ein Zwischen- oder Unterziel sein, das hilft, dieses Oberziel zu erreichen. Je weiter unten in der Hierarchie das Ziel liegt, desto operationaler (= konkret in Form von Handlungen definiert) ist es auch.                  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Planung, Operationalität der Ziele (1. Möglichkeit)

 

Operationalität bedeutet, dass das Ziel konkret definiert ist.  Dies wiederum bedeutet, dass der Zielinhalt (das „Was“), das Zielausmaß (das „Wie viel“), der Zeitbezug (das „Wann“) und der Segmentbezug (das „Wo“) genau bestimmt sein müssen. Es gibt in diesem Zusammenhang noch einen anderen Begriff und zwar den der „smarten Zieldefinition“.

 

 

 

Planung, Operationalität der Ziele (2. Möglichkeit)

 

 

S = spezifisch (klar, strukturiert, prägnant)

 

M = messbar (wie? = Messkriterien müssen festgelegt werden)

 

A = attraktiv (ein Nutzen muss erkennbar sein)

 

R = realistisch (erreichbar, keine Überforderung)

 

T = terminiert  (bis wann erreicht?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strategische und Taktische Planung, Instrumente

 

 

 

  Strategische Planungsinstrumente

 

 

Taktische Planungsinstrumente

 

Wettbewerbsanalyse

 

Marktpotentialanalyse

 

SWOT-Analyse

 

Portfolio-Analyse

 

Lebenszyklus-Modell

 

Produkt-Markt-Matrix

 

 

Kennzahlen zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit

 

Statistische Messzahlen, z. B. Umsatzentwicklung

 

Break-Even-Punkt-Analyse