Archiv für den Monat: März 2009

RFID: was möglich ist und vermutlich kommen wird (Teil 1)

"RFID" steht für "Radio Frequenzy Idetification" und meint einen Funkchip, der es in sich hat. Durch diesen Chip kann Alles, was diesen Chip trägt, automatisch und berührungslos erfasst werden. Ein Sichtkontakt für die Erfassung des "gechipten" Objektes ist nicht nötig. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig:

a) Tieridentifikation

Den Tieren wird ein Transponder gespritzt oder der Transponder wird im Ohr oder am Halsband getragen. Bei Hunden und Katzen ersetzt dies das übliche Halsband.  Auch die eigenen Kühe  können so zum Beispiel am Melkstand automatisch erkannt werden.

b) Identifikation von Behältern und weiteren Objekten

Gasflaschen mit giftigen Substanzen können durch die RFID-Chips eindeutig gekennzeichnet werden. Der RFID-Transponder kann wichtige Daten speichern, wie Behälternummer, Inhalt, Volumen, Eigentümer und maximalen Fülldruck. Fluggesellschaften könnten "gechipte" Gepäck- stücke leichter wieder finden, wenn diese verloren gehen. Bücher in Bibliotheken und Möbel und Labtops in Büros können so gegen Diebstahl besser gesichert werden. Die im Lebensmittel-Supermarkt gekaufte Ware könnte berührungslos und noch schneller an der Kasse erfasst werden.

c) Identifikaton von Menschen

Menschen in Krankenhäusern erhalten ein Armband mit RFID-Transponder. Durch ein Lesegerät kann der Arzt die für die Behandlung relevantenDaten auslesen. Auch die Verwechslung von Babies kann durch ein Armband mit Chip vermieden werden. An einem Skilift müssen die Skifahrer  nicht mehr den Skipass herauskramen, sondern identifizieren sich automatisch und berührungslos dadurch, dass sie ein Lesegerät passieren. Auch wer eine Straßenbahn betritt könnte auf diese Art erfasst werden. Chipkarten könnten mit Geldbeträgen aufgeladen sein, die beim Betreten automatisch abgebucht werden. Personalausweise und Reisepässe könnten mit RFID-Chips versehen  und die biometrischen Daten (Foto des Passinhabers) darauf gespeichert werden.

(Text inspiriert durch das Buch "Grundkurs Wirtschaftsinformatik" von Abts und Mülder)

Weitere Möglichkeiten und die dadurch entstehenden Probleme werden im zweiten Teil behandelt.

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße

Marius Ebert

535-03

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Ein Ein-Produkt-Unternehmen als Praxisbeispiel für den Unterricht: Flexi Roll-Leinen

Gute Praxisbeispiele machen betriebswirtschaftlichen Unterricht interessant. Doch manchmal kommen in der Theorie Konstellationen vor, die man in der Praxis eher selten findet, zum Beispiel "Ein-Produkt-Unternehmen". Hier ist ein solches seltenes Beispiel: die flexi Bogdahn Internationational GmbH u. Co KG. Auf der Website des Unternehmens steht: "Wir machen nur eines, das aber richtig und in hoher Perfektion!"

Wirtschaftlicher Erfolg: immer einfach, selten leicht

Und etwas Weiteres zeigt sich hier: gute Ideen sind oft einfach. Wirtschaftlicher Erfolg ist oft  einfach, selten leicht. So war es in diesem Fall: Der Hundebesitzer und Gründer des Unternehmens, Manfred Boghdan sah sich in einem Konflikt zwischen dem – fast immer vorgeschriebenen – Leinenzwang und dem dem Bewegungsdrang seiner Hunde. Konnte man die beiden Widersprüche miteinander verbinden? Er versuchte es zunächst mit einer Eigenkonstruktion: dem Aufrollmechanismus aus dem Startermechanismus einer Motorsäge, den er zwischen zwei Holzschalen klemmte.

Er sagte: "Beim Spazierengehen mit desem ersten Prototyp der Roll-Leine fand ich derart viel Aufmerksamkeit bei Hundehaltern, dass ich mich entschloss, diese Leine zu vermarkten."

Und das kam dabei raus:

Und hier die ökonomische Dimension: Derzeit liegt der Weltmarktanteil bei rund 60%. Man kann sich also "Weltmarktführer" nennen. Und wieder zeigt sich, dass wirtschaftliches Wachstum und Innovation oft aus  eigenen Problemen entsteht, die man zunächst für sich selber löst und erst danach die Problemlösung an Andere verkauft.

Oder, um es überspitzt zu formulieren: wer selber ein brennendes Problem hat, der hat gleichzeitig einen Schlüssel in der Hand.

(Text in teilweiser Anlehnung an den Strategie Report, Ausgabe Oktober 2008, Artikel: "Eine tierische Zielgruppe")

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße

Marius Ebert

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Weltwirtschaftskrise? Reflexionen über ei- nen Fetisch

Gestern Abend verkündete die Nachrichtensprecherin mit unheilsschwangerem Ton, dass wir möglicherweise dieses Jahr weltweit, im ersten Jahr seit dem zweiten Weltkrieg, kein Wachstum haben werden. Das war die Nachricht. Serviert wurde sie nach dem Motto: "Leute hört mal her, die Welt geht unter".

Was läuft hier eigentlich ab?

Fixiert auf einen Fetisch

Wir sind offensichtlich fixiert auf ein zahlenmäßig gemessenes so genanntes "Wirtschaftswachstum"- Wenn die Wirtschaft wächst, dann dürfen wir uns gut fühlen und voller Hoffnung sein, wenn die Wirtschaft nicht wächst, dann sollen oder müssen wir uns schlecht fühlen. Haben wir uns schon mal klar gemacht, dass die Wirtschaft nach diesem Messkriterium um so stärker wächst, je kränker die Menschen sind. Je mehr Naturkatastrophen wir haben…

Das glauben Sie nicht? Wenn die Menschen krank sind, werden auf dem Pharmamarkt Milliarden umgesetzt. Dies steigert das Wirtschaftswachstum. Wenn ein Tsunami die Küste verwüstet oder ein Erdbeben eine Stadt zerstört, muss danach aufgeräumt werden. Dies steigert das Wirtschaftswachstum…

Ständiges Wachstum?

Überhaupt: Müssen wir jedes Jahr wachsen? Übertriebenes Wachstum war noch nie gut, wie die Natur uns lehrt,  und führt entweder dazu, dass die übertrieben wachsende Spezies zerstört (Heuschrecken) oder zerstört wird. Man stelle sich vor, ein Mensch würde immer weiter körperlich wachsen. Oder eine Pflanze. Oder ein Tier. Und ist Krebs im Grunde nichts weiter als entartetes Wachstum?

Abschwung = Katastrophe?

Warum ist es schon dann eine nationale Katastrophe, wenn wir einen so genannten Abschwung haben? Hierzu ein kleines Zahlenbeispiel: Nehmen wir an, eine Volkswirtschaft habe im Jahr 0 ein Bruttoin-landsprodukt (BIP) von 100 EUR. Im jahr 1 wächst die Wirtschaft um 8%. Das BIP am Ende des Jahres 1 ist folglich 108 EUR. Im nächsten Jahr wächst die Wirtschaft um 6%. Das BIP am Ende des Jahres 2 ist demnach 114,48 EUR (6% auf 108 EUR). Die Wachstumsrate ist gesunken (von 8% auf 6%) aber das BIP ist -absolut gesehen – gestiegen (von 108 EUR auf 114,48 EUR). Reicht das nicht? Müssen auch noch die Wachstumsraten steigen?

Und nun höre ich, dass wir – möglicherweise – die Weltwirtschaft in diesem Jahr erstmals nicht wachsen wird. Das ist eine gute Nachricht, finde ich..

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße

Marius Ebert

535-03

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Eine Buchempfehlung: Mit arabischen Grüßen

Interkulturelle Intelligenz ist eine wichtige Schlüsselqualifikation.  Sie wird nicht nur laut Rahmenplan im Geprüften Betriebswirt/in verlangt, sondern auch vor allem "draußen im Leben". Besonders schwer scheint es aus unserer Sicht zu sein, die arabische Kultur zu verstehen.

Verständnis der arabischen Kultur

Deswegen ist es schön, wenn es ein Buch gibt, das helfen kann "die arabische Welt" besser zu verstehen. Geschrieben ist es von Amor Ben Hamida, einem Tunesier, der sowohl in der deutschen Kultur, wie auch in seiner ursprünglichen zu Hause ist. Thema dieses Buches sind vor allem interkulturelle Ehen, hier gemeint als Ehen zwischen Europäerinnen und Tunesiern.

Arabische Worte in userer Sprache

Aber es ist nicht nur für die Frau lesenswert, die vorhat, einen Tunesier zu heiraten. Es lohnt sich für alle, die die Mentalität besser verstehen wollen. Sehr ansprechend ist auch das Inhaltsverzeichnis. Es besteht aus "Ein-Wort-Kapitelbezeichnungen", wie "Geld", "Arbeit", "Sex", "Liebe", "Kinder", Alko- hol" und so weiter. Schaut man unter dem entsprechenden Kapitel nach, dann erfährt man etwas über die kulturellen Regeln zum jeweiligen Thema.

Besonders faszinierend finde ich, wie viele Worte unserer Sprache, arabische Worte sind. Das ist mir durch dieses Buch erst richtig klar geworden:

Sofa, Kaffee, Karaffe, Limonade, Risiko, Kiosk, Magazin, Koffer, Kabel. (Die Aufzählung ließe sich fortsetzen).

Amor Ben Hamida: Mit arabischen Grüßen (Bei amazon über die Suchfunktion leicht zu finden).

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße

Marius Ebert

535-03

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Krisenzeiten sind hervorragend!

In einer EKS-Fallstudie: „Ingrid Käppel“, Strategie Report 08/08 fand ich Folgendes:

„Schleichende Prozesse sind viel gefährlicher als unerwartete Katastrophen, weil man sich auf letztere umittelbar konzentriert, um sie zu überwinden.”

Ein paar Gedanken dazu:

Unerwartete Katastrophen?

Vermutlich stehen schleichende Prozesse oft zeitlich vor den Katastrophen und so “unerwartet” sind die Katastrophen dann doch auch wieder nicht. Jahrelang ist zum Beispiel die SEC (Security and Exchange Commission) vor den Machenschaften eines gewissen Bernard Madoff gewarnt worden. In einem schleichenden Prozess hatte dieser Mann immer mehr Anleger mit stabilen aber nicht übertriebenen Renditen angelockt, bis es dann zur Katastrophe kam und sein Kettenbrief-System zusammenbrach. Die SEC stand vor dem größten Betrugsfall in der Finanzgeschichte. Das Volumen wird auf 50 Milliarden Dollar geschätzt. In diesem Zusammenhang sagte ein Experte des FBI (der jahrelang selber betrogen hatte) und – nach seiner Gefängnisstrafe die Seiten gewechselt hatte:

Es ist nie eine Frage, ob ein Betrug auffällt. Es ist immer nur die Frage: wann.

Die Krise bringt es an den Tag

Und so sind Krisenzeiten etwas Hervorragendes. Unredliches fällt um so deutlicher auf.  Überholte Strukturen können verändert werden und sie werden auch – jetzt endlich – verändert, weil der Druck jetzt groß genug ist. Unternehmen, die sich nicht den Entwicklungen angepasst haben, verschwinden vom Markt (Automobilindustrie), anderen Unternehmen (Apple) geht es hervorragend. Der Kunde schaut genauer, wofür er sein Geld ausgibt. Unternehmen, mit ausgeprägten Profilen, können ihr Profil noch weiter schärfen. Dem gegenüber verwässern die Profile anderer Unternehmen noch um so stärker.

Profilschärfung auch bei uns

Und so habe auch ich mir vorgenommen, mein Profil noch weiter zu schärfen. Unsere Internet-Seite wird in den nächsten Wochen und Monaten komplett neu gestaltet. Ich arbeite wieder mit einem Suchmaschinen-Optimierer zusammen (aber einem, der es kann und nicht einem, der nur davon redet, wie in meiner letzten EDV-Betreuung). Dieses Blog wird möglichst täglich mit Artikeln versorgt werden. Die fünfte Auflage meines Buches kommt endlich auf den Markt. (Wir haben die Rechte zurück und verkaufen nun über den Spaßlerndenk-Verlag).

Krisenzeiten sind hervorragend!

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße

Marius Ebert

535-03

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Ein paar Gedanken zur Krise bei Opel….

Krise bei Opel. Seit ein paar Tagen ist sogar ein “böses” Wort im Umlauf: “Mögliche Insolvenz bei Opel”. Ich frage mich, was ist daran schlimm, und sage: “bitte so schnell wie möglich.” Gebt Opel einem verantwortungsvollen (!) Insolvenzverwalter, damit nicht das passiert, was bei Märklin passiert ist und damit mit den Mitarbeitern nicht so verfahren wird, wie das bei Märklin passiert ist, denn diese Menschen können für die jetzige Situation gar nichts.

Die “Krise” könnte ganz anders aussehen, wenn….

Die Situation könnte ganz anders aussehen wenn, ja wenn, Opel attraktive Produkte hätte, die der Markt wirklich braucht. Der neue Opel Insignia ist – wie DIE ZEIT so schön geschrieben hat – , ein bisschen von allem: ein bisschen BWM, ein bisschen Mercedes und so weiter. Hat Opel ein eigenes Profil? Braucht der Markt Opel-Produkte? Ich behauptet, dass Opel verschwinden könnte und niemand würde es ernsthaft bemerken. Wenn ich mit dieser Meinung recht habe, dann aber ist dies ein Armutszeugnis für die Führung von Opel. Was wurde getan, um attraktive neue Produkte zu entwickeln? Was tut dort überhaupt die Forschungs- und Entwicklungsabteilung? Was wurde investiert, um sparsamere oder alternative Antriebssysteme von Autos zu entwicklen? Ich vermute: wenig bis nichts, sonst würden wir jetzt davon sicher hören. Stattdessen höre ich, dass man nun dort Kosten senken wolle. Diese Krise ist aber keine Kosten- sondern eine Absatzkrise!

Ein interessantes Gedankenspiel

Und jetzt überlege ich mir mal – nur so als Gedankenspiel. Was wäre, wenn Opel das Auto “in der Pipeline” hätte, das 2 Liter auf 100 km verbraucht? Oder das Auto, das mit Gas, Wasser, Luft oder was weiß ich noch betrieben werden könnte (also eine echte Sprunginnovation). Gäbe es dann eine Krise? Brauchte dann Opel Geld “vom Staat”, was immer unserer aller Steuergeld ist? Nein, natürlich nicht: die Investoren stünden Schlange, alle wollten an der Innovation mitverdienen.

Seit über 100 Jahren unverändert….

Appropos Innovation: Kein Haus, kein Kühlschrank, keine Eisenbahn und kein was weiß ich noch, wird heute noch energetisch so angetrieben, wie vor hundert Jahren. Das Auto ist die einzige Ausnahme, die mir im Moment einfällt: ölbasierter Antrieb, – seit Henry Ford im Grunde unverändert (obwohl im Detail variiert). Ich finde das irgendwie verdächtig….. Es ist die Aufgabe der Unternehmensführung, nicht nur jetzt Autos zu verkaufen, sondern rechtzeitig Autos zu konzipieren, die auch morgen noch verkauft werden können. Was also wurde diesbezüglich getan?

Viele Grüße Dr. Marius Ebert

P.S.  Gerade sehe ich bei Welt-online, dass Opel in Deutschland noch keinen Cent Steuern gezahlt habe. Gewinne wurden nach Amerika geschleust – Verlust jedoch wurden in Deutschland steuermindern geltend gemacht. Auch eine Form von Kreativität – aber offensichtlich nicht die, die gebraucht wird (siehe oben). Ich hoffe sehr, dass die Regierung sich nicht erpressen lässt.

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße Marius Ebert  Dr. Ebert Kolleg Am Kissel 7 53639 Königswinter Tel. 02223/90 59 75 Fax 02223/90 59 76 http://www.spasslerndenk.de info@spasslerndenk.de Add to Technorati Favorites