Die schockierende Wahrheit über Weiterbildungen: Wie Anbieter auf Ihr „unbegrenztes Leid“ setzen

Der Wunsch nach beruflichem Aufstieg ist stark. Ein Zertifikat wie der „Betriebswirt IHK“ scheint der perfekte nächste Schritt zu sein – ein Versprechen auf mehr Verantwortung, ein höheres Gehalt und Anerkennung. Angelockt von den Hochglanzbroschüren bekannter Bildungsanbieter, investieren Tausende ihr hart verdientes Geld und ihre kostbare Zeit.

Doch hinter der Fassade verbirgt sich oft eine zynische und erschreckend ineffiziente Realität. Es ist an der Zeit, dieses System nicht nur zu hinterfragen, sondern es als das zu entlarven, was es oft ist: ein profitables Geschäft mit der verschwendeten Zeit gutgläubiger Kunden.

——————————————————————————–

1. Das zynische Geheimnis der Branche: „Die Leidensfähigkeit des Teilnehmers ist unbegrenzt“

In den Fluren der Weiterbildungsbranche kursiert ein ungeschriebenes Gesetz, ein zynischer Leitsatz, der die Haltung vieler Anbieter auf den Punkt bringt. Er offenbart ein tiefes Misstrauen gegenüber dem eigenen Kunden – dem Teilnehmer.

Die Leidensfähigkeit des Teilnehmers ist unbegrenzt ist ein Branchenspruch und das ist ziemlich zynisch, wenn man sich das mal so überlegt, aber es stimmt.

Diese Einstellung bedeutet für Sie als Teilnehmer: Viele Anbieter gehen davon aus, dass sie mit Ihnen alles machen können. Sie verlassen sich darauf, dass Sie großen Namen blind vertrauen, ohne die Qualität der Lehre zu hinterfragen. Ein konkretes Beispiel für diese Geringschätzung ist die Weigerung vieler Institute – gerade jener „mit den drei Buchstaben“ –, ihre Lehre zu modernisieren. Während der offizielle Rahmenstoffplan längst auf integrierte „Handlungsfelder“ umgestellt wurde, unterrichten sie bis heute veraltete, isolierte „Fächer“. Sie setzen darauf, dass Sie sich nicht wehren – denn Ihr Leidensweg ist ja, so die Annahme, unbegrenzt.

——————————————————————————–

2. Die Vertragslücke: Warum Sie für Zeit bezahlen, nicht für Erfolg

Das Kernproblem liegt in der rechtlichen Struktur der Verträge, die Sie unterschreiben. Sie schließen in der Regel einen Dienstvertrag ab, keinen Werkvertrag. Der Unterschied ist entscheidend und für die Anbieter extrem vorteilhaft.

Ein Dienstvertrag ist „reinzeit bestimmt“. Das bedeutet, der Anbieter schuldet Ihnen lediglich die Durchführung einer bestimmten Anzahl von Unterrichtsstunden. Er schuldet Ihnen aber keinen Erfolg, keine bestandene Prüfung und nicht einmal eine qualitativ hochwertige Ausbildung.

Dadurch stecken Sie in einer vertraglichen Falle. Sie gehen eine konkrete Zahlungsverpflichtung ein, während der Anbieter nur eine höchstwage Unterrichtsverpflichtung erfüllt. Wenn Sie kurz vor der Prüfung feststellen, dass die Vorbereitung mangelhaft war, haben Sie rechtlich kaum eine Handhabe. Diese vertragliche Konstellation schafft keinerlei Anreiz für Effizienz. Im Gegenteil: Da für Zeit bezahlt wird und nicht für Ergebnisse, wird ein langer, ineffizienter Kurs zum profitablen Standardmodell.

——————————————————————————–

3. Der Zeit-Schock: 660 Stunden vs. 100 Stunden

Der wohl schockierendste Beweis für die Ineffizienz des traditionellen Systems ist der direkte Vergleich des Zeitaufwands. Der offizielle Rahmenstoffplan für den Betriebswirt sieht rund 660 Unterrichtsstunden vor – also Zeit, die Sie passiv in einem Kursraum verbringen. Die meisten Anbieter halten sich an diesen Umfang, oft weil sie nicht über die Methoden verfügen, den Stoff effizienter zu vermitteln.

Demgegenüber zeigen moderne und durchdachte Lernkonzepte, dass derselbe Stoff in 64 bis maximal 100 Stunden erfolgreich erlernt werden kann. Diese Zeitangabe umfasst eine Mischung aus fokussierter Wissensvermittlung per Video sowie aktivem Üben, Vertiefen und Wiederholen. So lässt sich die Lernzeit auf bis zu 10 % der üblichen Dauer reduzieren.

Diese massive Differenz wirft eine entscheidende Frage auf: Warum wird ein System aufrechterhalten, das von den Teilnehmern einen zehnfachen Zeitaufwand fordert? Wählen die Menschen diesen „Leidensweg“ bewusst, weil sie glauben, dass nur ein langer Weg ein guter Weg ist? Oder wissen sie es einfach nicht besser, weil ihnen die Alternativen vorenthalten werden?

——————————————————————————–

Abschluss: Bildung als Ware oder als Weg zum Erfolg?

Die Weiterbildungsbranche agiert oft nach einer simplen kaufmännischen Logik, bei der der Kunde als leidensfähige und wenig kritische Masse betrachtet wird. Die Botschaft ist klar: Seien Sie ein kritischer Konsument. Vertrauen Sie nicht blind auf große Namen oder beeindruckend hohe Stundenzahlen. Hoher Zeitaufwand ist kein Garant für Qualität, sondern oft ein Zeichen für veraltete und ineffiziente Lehrmethoden.

Das führt uns zu einer fundamentalen Frage, die sich jeder stellen sollte, der in seine Zukunft investieren will: Sollte Bildung eine Dienstleistung sein, bei der man nur Zeit absitzt, oder sollte sie ein Versprechen auf echten, messbaren Erfolg sein?

Darf ich Dir eine Frage stellen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert