Betriebswirt IHK: So findest Du einen Einstieg in die englischen Prüfungsaufgaben

Du bereitest Dich auf die Prüfung zum Betriebswirt IHK vor. Du lernst, bearbeitest Aufgaben und arbeitest Dich durch die Themen. Doch bei den englischsprachigen Aufgabenteilen wirst Du unsicher: Verstehe ich die Frage richtig? Kenne ich die nötigen Vokabeln? Und wie soll ich unter Zeitdruck eine brauchbare Antwort auf Englisch formulieren?

Vielleicht hilft Dir dabei eine Erkenntnis: Auch hinter einer englischen Prüfungsfrage steckt häufig eine Struktur, die Du bereits aus deutschen Aufgaben kennst. Wenn Du diese Struktur erkennst, kannst Du gezielter nach einer Antwort suchen.

Drei Bausteine helfen Dir, die Aufgabe zu verstehen

Viele kaufmännische IHK-Aufgaben lassen sich auf drei Bausteine zurückführen:

Verb – Verbindungswort – Thema.

Ein einfaches Beispiel lautet: „Erläutern Sie Maßnahmen zur Verbesserung der internen Kommunikation.“

Das Verb „erläutern“ sagt Dir, was Du tun sollst. Das Verbindungswort „Maßnahmen“ zeigt Dir, welche Art von Antwort gesucht wird. Das Thema „interne Kommunikation“ gibt die Richtung vor, in der Du Deine Antwort konkretisieren musst.

Viele Prüflinge konzentrieren sich sofort auf das Thema. Dabei steckt im Verbindungswort ein wertvoller Hebel: Die Themen können sehr vielfältig sein. Wiederkehrende Antwortkategorien wie Maßnahmen, Ziele, Risiken, Kriterien oder Kennzahlen sind dagegen überschaubar.

Und genau das lässt sich auch bei englischen Aufgaben nutzen.

Die Sprache wechselt – die Denkstruktur bleibt nutzbar

In den englischsprachigen Aufgaben der Betriebswirtprüfungen aus Frühjahr und Herbst 2025 werden beispielsweise Handlungsempfehlungen, Umsetzungsmaßnahmen, Risiken, Kennzahlen und schrittweise Vorgehensweisen verlangt.

Du kannst deshalb auch bei einer englischen Aufgabe zuerst fragen: Was soll ich hier eigentlich liefern?

Einige wichtige Begriffe sind:

EnglischDeutsch
measuresMaßnahmen
recommendations for actionHandlungsempfehlungen
objectivesZiele
risksRisiken
criteriaKriterien
key figures / performance indicatorsKennzahlen
step-by-step procedureschrittweises Vorgehen

Das Verbindungswort steht dabei nicht immer an derselben Stelle. Manchmal besteht es aus mehreren Wörtern. Entscheidend ist, dass Du die gesuchte Antwortkategorie erkennst.

Ebenso solltest Du die Arbeitsaufträge verstehen: „Describe“ verlangt eine Beschreibung, „explain“ eine Erläuterung und „justify“ eine Begründung. Wenn Du nur etwas aufzählst, obwohl Du es begründen sollst, bleibt ein Teil der Aufgabe unerfüllt.

Bereite Dir Äste vor, auf die Du zurückgreifen kannst

Nehmen wir das Verbindungswort „Maßnahmen“. Dazu kannst Du Dir vor der Prüfung verschiedene Äste einprägen: qualifizierende, organisatorische, finanzielle, technische, kommunikative und motivierende Maßnahmen.

Diese Äste helfen Dir, mögliche Antworten zu entwickeln. Geht es um die Einführung eines neuen Ablaufs, kannst Du beispielsweise überlegen: Müssen Mitarbeiter geschult werden? Braucht es klare Verantwortlichkeiten? Kann eine technische Lösung helfen?

Für die englischen Aufgaben ergänzt Du passende Formulierungen wie „staff training“, „clear responsibilities“ oder „improved communication“.

So lernst Du Vokabeln unmittelbar zusammen mit einer Denkstruktur, die Du in der Prüfung einsetzen kannst.

Natürlich musst Du anschließend auswählen: Welche Maßnahme passt zur beschriebenen Situation? Und weshalb hilft sie dort? Die Äste liefern Dir Ansatzpunkte. Daraus entwickelst Du eine Antwort mit Bezug zum Fall.

Übe kurze, verständliche Antworten

Eine hilfreiche Vorbereitung besteht darin, eine englische Prüfungsaufgabe zunächst in ihre Bausteine zu zerlegen. Entwickle dann Deine Antwort mit den vertrauten Ästen und formuliere sie anschließend in einfachen englischen Sätzen.

Zum Beispiel:

„One measure is to train employees. This helps them to use the new system correctly and reduces errors.“

Du benennst eine Maßnahme und erläuterst ihren Nutzen. Mit solchen überschaubaren Formulierungen kannst Du üben, Deine Gedanken verständlich auszudrücken.

Dabei merkst Du auch, wo Deine persönliche Schwierigkeit liegt: beim Verstehen der Aufgabe, beim Entwickeln einer Antwort oder beim englischen Formulieren. Sammle die Wörter und Wendungen, die Dir bei diesen Übungen tatsächlich fehlen.

Was Dir die Methode abnimmt – und was Du zusätzlich brauchst

Die Struktur erleichtert Dir den Einstieg und hilft Dir, Deine Antwort zu ordnen. Du brauchst außerdem genügend Englisch, um die Aufgabenstellung zu verstehen und Deine Lösung auszudrücken.

Auch konkretes Fachwissen bleibt notwendig, wenn es ausdrücklich geprüft wird. Eine Frage zu einem bestimmten Bewertungsverfahren verlangt Kenntnisse dieses Verfahrens. Die Denkstruktur hilft Dir jedoch dabei, die geforderte Leistung zu erkennen und Dein Wissen gezielt einzusetzen.

Lerne, den Hebel in der Prüfungsfrage zu erkennen

Wenn Du bisher vor allem Themen lernst und beim Öffnen einer Prüfungsaufgabe trotzdem unsicher wirst, lohnt sich ein Blick auf Deine Vorgehensweise.

In meinem Webinar zeige ich Dir, wie Du wiederkehrende Verbindungswörter erkennst und Dir dazu Denkstrukturen vorbereitest. Damit kannst Du systematischer nach passenden Antworten suchen – auch bei englischsprachigen Aufgaben, sofern Du die sprachlichen Voraussetzungen mitbringst.

Hier geht es zum Webinar „Punkte holen“

Dr. Marius Ebert

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