Na, schon zugemüllt? Teil 1

Lernen ohne Leiden

Und nun sitzen Sie da mit ihren fotokopierten Skripten, mit ihren fotokopierten Folien, mit weiteren Fotokopien aus Büchern – Hunderte, wenn nicht Tausende von Seiten mit Material. Glauben Sie, dass Sie das irgendwie auf die Reihe kriegen? Glauben Sie, dass Sie nur überhaupt eine Chance haben?

Willkommen zu diesem Video. Mein Name ist Marius Ebert. Ich greife noch einmal ein Thema auf, das ich oft besprochen habe, aber offensichtlich nicht oft genug.

„Na, schon zugemüllt?“

„Na, schon zugemüllt?“ – Das passiert Ihnen nämlich, wenn Sie bei einem der üblichen Seminar-Anbieter ein Seminar buchen, und im Prinzip passiert es Ihnen auch bei den Fernlehrgangs-Instituten, da ist es möglicherweise nicht die Quantität des Materials, das den Begriff „Müll“
rechtfertigt. Aber die Quantität des Materials, das Sie von diesem Fernlehrgangs-Institut
bekommen, das ist nämlich meistens auch Müll.

Müll

Alle diese Institutionen missachten zentrale Regeln des Lehrens und Lernens. Warum? Weil sie sich niemals mit solchen Fragen beschäftigt haben. Und diese zentralen Regeln des Lehrens und Lernens will ich in diesem Video noch einmal erklären, damit Sie sehen, dass es so nicht funktionieren kann mit dem ganzen Müll, dass Sie sich nur quälen.

Es gibt mehrere Lernschritte: S-S-L

Um von A nach B zu kommen, und B ist hier definiert als mindestens Bestehen eines IHK-Abschlusses, denn das ist mein Gebiet, auf dem ich mich überwiegend bewege, braucht es mehrere Schritte. Sie heißen S-S-L, und L wird nochmals unterstrukturiert.

Das erste S steht für die Selektion, die Selektion des Lernstoffes. Und das sind im Prinzip
zwei Fragen, die man hier vorher beantworten muss als Lehrinstitut, nämlich:

  • Was ist überhaupt relevant?
  • Und was ist jetzt nicht im Moment relevant,
    sondern erst später relevant? Erst später relevant.

Das sind die beiden entscheidenden Fragen.

Was ist überhaupt relevant, wenn Sie ein Haus bauen wollen?

Welche Teile brauchen Sie dafür?

Und welche Teile gehören da überhaupt nicht hin, weil sie überhaupt nirgendwo dieses Haus
in irgendeiner Weise zu einem Haus machen?

Und was ist erst später relevant? Zum Beispiel die Dachziegel sind erst später sehr relevant, aber erst dann, wenn Sie entsprechend das Fundament und alles Mögliche schon gebaut haben, den Dachstuhl stehen haben, die entsprechenden Verstrebungen, dann können Sie von mir aus die Dachziegel legen. Also die Dachziegel sind erst später relevant, nachdem vorher
gewisse Strukturen errichtet wurden.

Damit kommen wir zum zweiten S. Das erste S Selektion, das zweite Strukturierung.
Wir müssen jetzt das ganze Material in eine bestimmte Struktur bringen. Und Sie wissen: Ich arbeite hier sehr gern mit dem Bild eines Baums. Ein Baum hat Wurzeln, ein Baum hat einen Stamm, ein Baum hat Zweige, Äste, Blätter und Maserung der Blätter. Also man kann hier das Bild eines Baumes durchaus nehmen. Hier sind wir dann auf der Ebene der Blätter mit den Maserungen der Blätter, hier sind wir bei den Wurzeln dieses Baumes. Das ist eine Möglichkeit der Strukturierung.

Ein Wissensgebiet ist wie ein Baum

Ein Wissensgebiet ist wie ein Baum

Eine zweite Möglichkeit der Strukturierung ist dieses Bild eines Dreiecks, das ist das Bild von dem Baum ein bisschen abstrahiert. Dann haben wir hier unten die Wurzel, und dann öffnet sich das hier nach oben, das heißt, man kann immer weiter in die Details gehen. Das heißt, hier unten ist die grundsätzliche Ebene, und wenn man dann hier nach oben geht, geht man immer weiter in die Details.

Und Selektion und Strukturierung sind zwei zwingende Voraussetzungen, sonst können Sie mit dem Lernen nicht anfangen, sonst erzeugen Sie nur Quälerei, Verwirrung, Verzweiflung, Depression, und so weiter. Diese beiden Schritte müssen gemacht werden.

So, und jetzt kommt eine wichtige Aussage, und ich fordere jeden weiter Bildungsträger in Deutschland auf, mich für diese Aussage zu verklagen. Jetzt kommt sie: „Ich bin der einzige Weiterbildungsträger für IHK-Abschlüsse in Deutschland, der den Lernstoff vorher selektiert und strukturiert hat.“ Es gibt sonst keinen. Alle anderen machen diese Arbeit nicht, sondern kippen den Leuten allen möglichen Müll dahin und unterstellen, dass die Leute selektieren
und strukturieren können.

Die Leute haben aber weder die Zeit, noch haben sie die Fähigkeit dafür. Denn diese Fähigkeiten, um den Lernstoff strukturieren zu können, die wollen sie ja erst erlangen. Aber es scheitert im Wesentlichen schon an der Zeit. Denn diese beiden Arbeiten, Selektion und Strukturierung, sind die Hauptarbeiten. Danach müssen Sie nur noch lernen. Das ist das Einfachste von diesen drei Schritten. Nennen wir das Schritt 1), nennen wir das Schritt 2),
nennen wir das Schritt 3). Die ersten beiden Schritte sind Knochenarbeit. Und ich wiederhole meine Aussage und spezifiziere sie: „Ich bin der einzige Bildungsträger in ganz Deutschland, der selber diese Knochenarbeit geleistet hat, so dass meine Kunden nur noch lernen müssen, weil die Selektion und die Strukturierung vorher gemacht wurde.“

Und das eigentliche Lernen, jetzt muss ich mal in diese Ebene gehen, nennen wir es a), b) und c), besteht aus drei Vs: Verstehen, Vertiefen, Verwenden.

Wenn man eine Struktur vorher herausgearbeitet hat und den Lernstoff strukturiert vorträgt, das heißt hier an der Wurzel beginnt und sich dann weiter in die Details vorarbeitet, geht das Verstehen sehr einfach. Wenn man aber weder selektiert noch strukturiert hat, ist das Verstehen fast unmöglich.

Lernstoff

Viel Lernstoff, nichts verstanden aber!

Ich habe vorgestern eine Mail bekommen von einer jungen Frau, die sagt, sie hätte an sich selber gezweifelt, weil sie das nicht verstanden hat. Es ist aber in den allermeisten Fällen, nicht in allen Fällen, aber in den allermeisten Fällen, ich würde mal sagen 90 Prozent, um eine Zahl
zu sagen, ist es so, dass es gar nicht an den Leuten liegt, die nicht verstehen, sondern an dem Lehrinstitut, das diese Dinge hier nicht verstanden hat.

Und es kommt noch etwas hinzu: Selbst wenn die Lehrinstitute jetzt dieses Video schauen und sagen: „Oh ja, da müssen wir auch etwas verbessern…“ – Sie können es ja gar nicht. Sie haben ja an dem Lehrgang sechs oder sieben Dozenten. Die müssten sich alle irgendwie koordinieren, die müssten einheitliches Lernmaterial schreiben aus einem Guss. Können Sie vergessen, funktioniert nicht. Also selbst wenn die Institute das begriffen, Konjunktiv, wären sie gar nicht in der Lage, das umzusetzen.

Ich glaube, dass sie es persönlich schon mal gar nicht begriffen haben. Aber selbst wenn das der Fall wäre, sie könnten es nicht umsetzen.

Der erste Schritt des eigentlichen Lernens, der dritte Schritt, nachdem die ersten beiden Schritte vorher schon gemacht wurden, heißt Vertiefen. Vertiefen hat etwas zu wiederholen, und zwar wiederholen möglichst auf verschiedenen Sinneskanälen. Dafür haben wir unsere Hörbücher. Dafür haben wir unsere Lernkarten. Dafür haben wir unsere Repetitorien. Dafür haben wir unsere Zusammenfassungen, die Sie bitte im Zusammenhang mit dem Repetitorium nur bearbeiten. Ja, bitte nicht einfach Texte lesen und buntmalen, bringt gar nichts. Das sind alles Möglichkeiten zum Vertiefen. Dafür haben wir Übersichten innerhalb des Lernmaterials, die man sich auch mal irgendwo hin kleben kann und so weiter, und so weiter, und so weiter. Das ist das Vertiefen.

Und der dritte Schritt, denn das Ziel ist ja letztlich dann hier die IHK-Prüfung, genauer gesagt das mindestens Bestehen derselben, ist das Verwenden. Und jetzt wird’s ganz kritisch. Verwenden funktioniert nur, wenn Sie vorher eine Strukturierung gemacht haben. Denn Verwenden bedeutet die wesentlichen Punkte erkennen, sich teilweise auch merken. Das ist gar nicht so schwer, sich wesentliche strukturelle Punkte zu merken. Und gegebenenfalls ein bisschen neu zusammenzubauen.

Denn Verwenden heißt Aktivieren bezogen auf eine handlungsorientierte Prüfung. Und das habe ich sehr oft erklärt, das will ich jetzt hier nicht noch einmal erklären. Es geht um den Transfer des Wissens, nicht um die Repetition, nicht um das Wiederkäuen, nicht um den Reproduktions-Modus. Es geht darum, das Wissen anzuwenden, auf ein konkretes Problem bezogen.

Wenn man nur Müll da hat, dann kann man diesen Müll ja eigentlich nur auswendig lernen, und das ist das, was viele Leute in ihrer Verzweiflung dann tun. Sie lernen dann irgendwas auswendig. Nur mit diesem auswendig gelernten „Wissen“ in Gänsefüßchen gibt es in der Prüfung garantiert keine Punkte. Wenn man das nicht verstanden hat, was man dort auswendig gelernt hat, wenn man nicht die strukturellen Kernelemente beherrscht, dann kann man bei einer anwendungsorientierten Frage nicht punkten.

Verwirrung

Den Müll kann man nur auswendig lernen!

Ich hoffe, ich habe das noch einmal deutlich gemacht. Vielleicht mache ich noch ein paar weitere Videos. Denn im Moment scheint mir das wieder mal das zentrale Thema zu sein, dass die Leute da sitzen und mit ihrem ganzen Müll nicht klarkommen. Und dann lautet die Lösung nicht: „Noch mehr Müll…“ Die Lösung aus Müll lautet nicht „noch mehr Müll“. Sondern die Lösung aus Müll lautet: Das ganze Zeug wegwerfen. Das ganze Zeug wegwerfen. Werfen Sie das ganze Zeug weg. Werfen Sie Ihre unsäglichen Skripte, werfen Sie die weg! Denn sonst quälen Sie sich nur.

So, und jetzt sage ich nochmal den Satz mit der ausdrücklichen Aufforderung an jeden Weiterbildungsträger, mich zu verklagen wegen einer angeblich unseriösen Werbeaussage. Der Satz lautet: „Ich bin der einzige Weiterbildungsträger in Deutschland, der eine Selektion und eine Strukturierung des Lernstoffs vorgenommen hat und seine Teilnehmer nicht zumüllt.“

Alles Gute,
Marius Ebert

Für Lernhilfe und Prüfungstipps klicken Sie auf den Link unter diesem Video.

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