Wie der EURO zerbrechen wird, Teil 3

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Wie der EURO zerbrechen wird, Teil 3)

Wichtiger Hinweis: Dieser Text ist nur ein Teil einer größeren Serie zum Thema Geld. Bitte beachten Sie auch die anderen Teile.

Folgen dieser Politik (Wie der EURO zerbrechen wird, Teil 3)

Was sind die Folgen? Was sind die Folgen dieser Politik?

→ Die erste Folge ist: Wir haben eine niedrige Pleitequote, ein bisschen salopp formuliert, heute spricht man ja eher von Insolvenz und von Konkurs. Niedrige Pleitequote, und jetzt könnte man ja sagen: „Das ist doch eine tolle Entwicklung…“ Wenn das ein Politiker erzählt, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Politiker hat nichts verstanden, oder er lügt Ihnen dreist ins Gesicht.

a) Eine niedrige Pleitequote ist schlecht. Eine Wirtschaft braucht immer einen gewissen Grad der Erneuerung. Schumpeter hat das genannt „kreative Zerstörung“. Das heißt: 1,5 bis 2 Prozent der Unternehmen sollten pro Jahr pleitegehen, das ist normal, damit sich die ganze Sache erneuern kann, die Wirtschaft als Ganzes betrachtet. Jetzt nicht tragische Einzelfälle, darüber reden wir jetzt im Moment nicht, sondern wenn man die Wirtschaft als Ganzes betrachtet, dann ist das ein gesunder Prozess. Und wenn diese Pleitequote zu niedrig ist, dann ist das ein Alarmsignal, weil hier Dinge, die sowieso passieren werden, aufgeschoben

b) Die zweite Folge ist: Die Unternehmen hängen am Tropf. Sie hängen am Tropf dieser Anleihenfinanzierung durch die Zentralbank. Sie können sich durch Geld künstlich am Leben erhalten. Denn solange ein Unternehmen seine Rechnungen bezahlen kann, geht es nicht pleite, obwohl das Geschäftsmodell vielleicht überholt ist, alles technisch veraltet ist, man die jüngsten Marktentwicklungen gar nicht mehr mitbekommen hat, Änderung des Nachfrageverhaltens verschlafen hat. Trotzdem kann man sich hier, wenn man ein größeres Unternehmen ist, an den Tropf der Zentralbank hängen und sich von da weiter künstlich am Leben erhalten lassen.

c) Die Märkte sind alle in einer Blase. Das gilt für die Aktienmärkte, nach meiner Einschätzung gilt das für nahezu jeden Markt. Das gilt für den Immobilienmarkt, das gilt für Gold, es gilt für Silber, es gilt für nahezu alles. Die Märkte sind durch diese Politik des billigen Geldes, und das ist ein Euphemismus, Politik des verrückten Geldes könnte man das nennen, alle in einer Blase. Und die Banken geraten, und sind schon, und mehr und mehr geraten sie unter Druck. Und dieser Druck sind verschiedene Dinge: Naheliegend und sofort unmittelbar spürbar sind es die Kreditmargen. Die Kreditmargen der Banken sinken, die Banken versuchen mehr oder weniger verzweifelt, ihr Kreditgeschäft auszuweiten. Wenn man pro Kreditvertrag nicht mehr genug verdient, versucht man eben mehr Kreditverträge heranzuholen. Dadurch werden auch so manche Bonitätskriterien lockerer interpretiert. Und ich habe auch den Eindruck, dass die Banken mit diesem negativen Zins bis heute nicht umgehen gelernt haben, weil es völlig absurd ist und gegen alles, was auch ein Banker je gelernt hat. Sinkende Kreditmargen.

→ Das ist aber nicht alles. Dann gibt es diese neuere Entwicklung der Fintech-Unternehmen. Das sind Unternehmen, die sind eher technisch ausgerichtet und bieten eine Bankdienstleistung quasi nebenbei So kann sich zum Beispiel ein Internetanbieter bei einem Fintech-Unternehmen einen Shop bauen lassen und hat dann ein Konto gleich integriert. Während man bei den üblichen Shopsystemen ein Shopsystem hat bei einem Anbieter und ein Konto bei einer Bank, kann man das hier kombinieren. Das sind einfach gesagt diese Fintech-Anbieter. Da sind viele noch in der Startup-Phase, aber das ist auch eine Entwicklung, die stärker wird.

→ Und das Dritte sind die Kryptowährungen. Darüber habe ich einige Videos gemacht. Das ist nach meiner Einschätzung die Entmachtung der Bank. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es in 10, in 20 Jahren noch Banken geben wird. Eins halte ich für sicher: Diese Banken werden erheblich an Macht verlieren. Sie werden möglicherweise staatliche Leistungen verwalten, staatliche Geldflüsse, was immer, aber sie werden durch dieses System, das Geldflüsse außerhalb der Banken-Systeme ermöglicht, und das tun die Kryptowährungen, erheblich an Macht verlieren.

Mögliches Aussehen des Bruchs (Wie der EURO zerbrechen wird, Teil 3)

Kommen wir damit zu der entscheidenden Frage, wie der Bruch aussehen könnte. Und ich sehe hier drei Elemente:

→ einmal die Unternehmen,

→ zum Zweiten die Banken

→ und zum Dritten die Staaten.

Und wenn nun dieser Fluss von der Flüssigkeit gestoppt wird, dann könnte es sein, dass es zu einem Dominoeffekt kommt. Das heißt: Erst gehen Unternehmen pleite, in der Folge gehen Banken pleite, und in der Folge gehen Staaten pleite.

geralt / Pixabay

Wann kann das sein? — Einmal, wenn der Zins, und damit meine ich den Leitzins, wieder hochgefahren werden wird, und wenn die Anleihenkäufe runtergefahren werden, auf Null runtergefahren werden im Extrem, dann fließt diese Nährflüssigkeit nicht mehr, und Unternehmenspleiten, die nicht stattgefunden haben, werden vermutlich kumuliert stattfinden.

Es kann aber auch sein, dass unmittelbar der Druck hier bei den Banken ansetzt und hier die Sollbruchstelle ist. Und das kann sehr leicht passieren, wenn an den Aktienmärkten die Kurse einbrechen. Und das kann sehr leicht passieren durch irgendeine politische Erschütterung, irgendeine Krise, irgendetwas kann dazu führen, dass die Aktienmärkte einbrechen, die Kurse einbrechen und weil wieder gezockt wird, wie damals schon 2008 oder in der Vorphase zu 2008, kann das dazu führen, dass Banken Vermögenswerte abschreiben müssen und dass Banken unmittelbar pleitegehen. Außerdem habe ich vorhin schon beschrieben, dass Banken erheblich unter Druck sind, was ihre Kreditmargen angeht, und auch da werden mehr und mehr Schuldner von zweifelhafter Bonität aufgenommen, um das Kreditvolumen auszuweiten. Und auch das kann unmittelbar zu Bankenpleiten führen.

Und: Wenn der Zins wieder rauf geht, dann geraten natürlich auch unmittelbar, nicht nur mittelbar, sondern unmittelbar die Staaten erheblich unter Druck. Denn das ist nach meiner Einschätzung vordergründig der Grund gewesen, warum die Leitzinsen heruntergefahren worden: Weil die Staaten in atemberaubender Höhe verschuldet sind.

Das ist meine Antwort auf die Frage, wie der Euro zerbricht und im Prinzip auch, wann der Euro zerbricht. Das heißt: Auf die Dinge, auf die man nach meiner Einschätzung achten muss, um diesem Zeitpunkt vielleicht etwas präziser erkennen zu können.

Alles Gute,

Marius Ebert

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Wie der EURO zerbrechen wird, Teil 3)

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Text ist nur ein Teil einer größeren Serie zum Thema Geld. Bitte beachten Sie auch die anderen Teile.

© Dr. Marius Ebert

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