Unternehmenskulturen: Japan-USA-Deutschland

In einer globalisierten Welt wird es immer wichtiger, sich in fremden Kulturen zurecht zu finden. Bücher, die versuchen, die "ungeschriebenen Regeln" in verschiedenen Ländern zu erfassen, können daher sehr hilfreich sein. Hier ist so ein Buch: Hanns Blasius: Porsche-Toyota-General-Electric. Gute Unternehmensführung in Deutschland, Japan und den USA.

Beginnen wir gleich mit einer Zusammenfassung: "Der Japaner liebt sein Unternehmen, der Deutsche seinen Beruf, und der Amerikaner liebt das Geld, das er dafür bekommt, dass er einen Job macht – irgendeinen."

Nun betrachten wir, dem Autor folgendend, bestimmte betriebs- wirtschaftliche Themen und wie sie verstanden werden.

Erfolg

In den USA sei der Sharholder-Value das alles überrragende Merkmal für Erfolg. Es geht also  vor allem um Wertschöpfung für die Aktionäre. Damit ist die Ausrichtung eher kurzfristig, während in Japan die Qualität der Produkte und die Zufriedenheit der Kunden und der Mitarbeiter  die oberste Priorität. haben. Damit ist man in Japan längerfristiger ausgerichtet. Deutschland rangiert weder bei dem einen, noch bei dem anderen Extrem. Es liegt in der Wertung dieser beiden Faktoren etwa in der Mitte.

 

Entlassungen

Entlassungen haben in den USA etwas Selbstverständliches. Einstellungen werden leichter vorgenommen, weil auch die Entlassung leichter ist. Bis in die 90iger Jahre war diese Sichtweise in Japan undenkbar. Die Mitarbeiter waren das Unternehmen und eine lebenslange Beschäftigung die Regel. Auch hier liegt Deutschland wohl wieder so etwa in der Mitte. Einstellungen werden sorgfältig überlegt, weil Entlassungen schwierig sind. Sie sind aber sehr wohl möglich und werden dann auch vorgenommen, wohl nicht im Bewusstsein, dass man damit das Unternehmen auflöst, wie man es wohl in Japan sehen würde.

 

Arbeitsalltag

Die USA sind nach wie vor stark geprägt vom Taylorismus, also von Sir Frederick Taylor, der die Arbeit in kleine, beherrschbare und schnell erlernbare Schritte zerlegte. Es gibt eine kleine, gut ausgebildete Führungsschicht, die sich aus den immer gleichen Universitäten rekrutiert und eine große Belegschaft, die einfach Tätigkeiten nach exakten Beschreibungen ausübt. Das macht den Mitarbeiter jederzeit ersetzbar aber nicht innovativ. Verbesserungsvorschläge und Improvisation sind eher nicht erwünscht. Ganz anders in Japan. Dort begreifen sich die Mitarbeiter als integrierter Bestandteil des Unternehmens. Jeder Mitarbeiter übt sich in der Kunst des KAIZEN, der kontinuierlichen Verbesserung. Auch hier würde man Deutschland wohl einen Mitttelplatz zwischen den Extremen zuweisen.

(Beitrag in Anlehnung an "Die Welt", "Profit ist nicht das Maß aller Dinge", Karrierewelt vom 19.05.2007)

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße

Marius Ebert

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