Archiv für den Monat: September 2017

Was ist das Handelsregister und wer führt es?

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Was ist das Handelsregister und wer führt es?)

Was ist das Handelsregister und wer führt es?

Vom regionalen Amtsgericht geführt (Was ist das Handelsregister und wer führt es?)

Achtung: es sind zwei Fragen — was es ist und wer es führt. Und es ist hier vielleicht sogar clever, mit der zweiten Frage anzufangen. Diese Fragen mit „ist“, die sind tückisch, das habe ich vielfach erklärt.

Aber wer führt, das ist ganz einfach zu beantworten: Es  führt das jeweilige Amtsgericht, das jeweilige Amtsgericht, regional zuständige Amtsgericht führt das Handelsregister. Damit ist der zweite Teil der Frage behandelt.

Und in einer schriftlichen Prüfung fragt Sie niemand, welche welchen Teil der Fragen Sie zuerst beantwortet haben. Das sieht man ja auch nachher gar nicht mehr. Und in einer mündlichen Prüfung? – Nun, ein guter Prüfer würde immer nur eine Frage stellen. Aber nehmen wir mal an, ein Prüfer fragt hier im Prinzip zwei Fragen in einem Satz, dann können Sie ruhig sagen: „Ja, vielleicht darf ich mal hinten anfrangen anfangen bei Ihrer Frage: Das Handelsregister wird beim jeweiligen regionalen“, könnte man noch ergänzen, das jeweilige regionale Amtsgericht für das Handelsregister, also „Das Handelsregister wird beim jeweiligen regionalen Amtsgericht geführt.“ Das ist wunderbar. Der Prüfer ist glücklich, weil er ist glücklich, wenn Sie reden. Und vielen Leuten muss man jedes Wort aus der Nase ziehen. Und deswegen ist dem Prüfer auch völlig egal im Mündlichen, ob Sie mit dem ersten Teil der Frage anfangen oder mit dem zweiten.

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Zentrales Verzeichnis der in das Handelsregister einzutragenden Unternehmen (Was ist das Handelsregister und wer führt es?)

So, jetzt kommt der zweite Teil der Frage: Was ist das Handelsregister? Und diese Fragen sind tückisch. Es gibt zwei Möglichkeiten, sie zu beantworten: Einmal, man nimmt hier das Hilfsverb und ersetzt es durch ein Vollverb: „Was zeigt das Handelsregister?“, „Was bedeutet das Handelsregister?“, „Wofür ist das Handelsregister gut?“. oder so was ähnliches, oder man benutzt hier ein Synonym, oder so eine Art Trittstein, der einen dann zum Inhalt führt. Also hier irgendwo ist der Inhalt, und irgendwo wissen wir das ja auch, was das Handelsregister macht und tut. Aber jetzt hier die die Kurve zu kriegen, das ist immer das Problem.

So, ich nehme zunächst den Weg hier und sage: „Das Handelsregister ist ein regionales Verzeichnis, ein regionales Verzeichnis“. Ja, das ist unser Synonym: ein regionales Verzeichnis, Komma, das… Oder wir sagen hier: „Das Handelsregister zeigt…“, wir ersetzen das Hilfsverb durch eine Vollverb: „Das Handelsregister zeigt..“, ja, und jetzt müssen den Sack zu machen, denn jetzt haben wir die Brücke gebaut: „Das Handelsregister ist ein regionales Verzeichnis, das die in das Handelsregister einzutragenden Unternehmen zeigt und einige Angaben dazu, vor allem Frage der Vertretungsberechtigung, Prokura zum Beispiel.“ Ja, „Das Handelsregister ist ein regionales Verzeichnis, das die einzutragenden Unternehmen zeigt“, können Sie von hier auch die Brücke bauen. „zeigt die einzutragenden Unternehmen“. Und dann könnte der mündliche Prüfer jetzt sagen: „Ja, was denn?“ – „Ja, diverse Angaben, zum Beispiel wann gegründet, wer ist vertretungsberechtigt“, ja, das ist eine ganz wichtige Angabe, das sind alles Dinge, die im Handelsregister stehen.

Das Handelsregister hat zwei Abteilungen: Die Abteilung A für die Personengesellschaften und B für die Kapitalgesellschaften. Deswegen könnte man auch sagen: „Es ist ein regionales Verzeichnis, Verzeichnis, das die Gesellschaften zeigt, das die Gesellschaften zeigt“, und dann könnte man direkt, „die Gesellschaften zeigt“, und dann konnte man direkt im Mündlichen weiter reden: „…  und zwar …“, der Prüfer ist glücklich, glauben Sie es mir, „… in Abteilung A die Personengesellschaften und in Abteilung B die Kapitalgesellschaften“, ja. So, und dann hat man die Frage wunderbar beantwortet. Dann könnte man noch etwas ergänzen, nämlich wenn ich sage „Das Handelsregister ist ein“, ich habe ja vorhin gesagt, „ein regionales Verzeichnis, Verzeichnis“, dann könnte man in der heutigen Zeit ergänzen „ein regionales elektronisch geführtes“, das war nicht immer so, ja, „ein regionales elektronisch geführtes Verzeichnis der Gesellschaften“, ja, und dann können wir wieder hier Abteilungen A Personengesellschaften, Abteilung B Kapitalgesellschaften, können wir den Sack wieder zumachen.

Man könnte auch etwas sagen. Nämlich der mögliche Prüfer will ja gern ein Prüfungsgespräch entwickeln. Die nächste Frage wäre dann: „Kann man denn da selber hingehen und sich da eintragen?“ – „Nein“, Antwort ist, ja „Nein, in das Handelsregister rein in dem Sinne, dass da eine Eintragung veranlasst wird, kann nur der Notar. Wenn also eine Gesellschaft etwas ändern möchte oder neu eintragen will im Handelsregister, dann muss man zu einem Notar. Man kann sich selber als Vertretungsberechtigter einer Gesellschaft zum Handelsregister gehen und sagen: „Ich möchte was ändern lassen“, sondern das läuft über einen Notar. Auch das kann man dann weiter im Gespräch, wenn man einmal die Kurve gekriegt hat, kann man das weiter anbringen, und der Prüfer ist glücklich, denn die Frage soll doch immer nur ein Stimulus sein, damit sich ein Prüfungsgespräch entwickelt.

OK.

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Was ist das Handelsregister und wer führt es?)

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Mein Name ist Marius Ebert.

Vielen Dank.

© Dr. Marius Ebert

 

Was ist das Grundbuch?

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Was ist das Grundbuch?)

Was ist das Grundbuch?

Verzeichnis aller Grundstücke eines Bezirks (Was ist das Grundbuch?)

Stellen wir uns mal wieder vor: Wir sitzen in der mündlichen Prüfung, der Prüfer fragt: „Sagen Sie mal: Was ist denn überhaupt das Grundbuch?“ – Zwei Möglichkeiten, eine Antwort zu entwickeln: Einmal das Hilfsverb ersetzen durch ein anderes Verb: „Was bewirkt das Grundbuch? … ist das Grundbuch gut für…?“ oder aber hier ein Synonym oder zumindest eine Art Trittstein zu bilden, um zum Inhalt zu kommen.

Ich gehe den zweiten Weg und sage: „Das Grundbuch ist ein Verzeichnis…“ Ich nehme also praktisch dieses Wort „Buch“, ja, „Das Grundbuch ist ein Buch für Grundstücke, ein Verzeichnis aller Grundstücke“. Also aus Buch wird „Verzeichnis“, und aus „Grund“ wird „Grundstück“. Dann hat man es im Prinzip als sogenannte Eselsbrücke: Verzeichnis aller Grundstücke, und zwar nicht alle auf der Welt oder auch aller in Deutschland, sondern eines bestimmten Bezirks, eines bestimmten Bezirks.

So, dann könnte der Prüfer die nächste Frage stellen: „Wo finden Sie denn das Grundbuch?“ — Und Sie finden das Grundbuch beim Amtsgericht oder bei Amtsgerichten, ja, die Amtsgerichte, genauer gesagt müsste man sagen „Das Grundbuch gibt es beim Grundbuchamt, und das Grundbuchamt wiederum ist beim Registergericht, und das Registergericht wiederum ist das Amtsgericht.“ Also wenn Sie hier sagen „Beim Amtsgericht, beim Amtsgericht sozusagen, Abteilung Grundbuchamt“.

Jetzt haben wir aber eine neuere Entwicklung, nämlich wir haben zunehmend auch elektronische, also, wie kann man sagen, ein E-Grundbuch, ja, das elektronische Grundbuch, was mehr und mehr aufgebaut wird. Manche Bundesländer oder auch Bezirke sind da weiter als andere, und man ist auch dabei, für jedes Bundesland hier zu zentralisieren, also so etwas wie ein zentrales Aktivierungs- und Auskunftssystem einzurichten. Das geht in Richtung e-Government, also dass man mit den Behörden auf elektronischem Weg mehr und mehr in Kontakt treten kann. Das sind da so die jüngsten Entwicklungen.

Was der Prüfer jetzt noch fragen könnte, ist: „Darf denn da jeder reinsehen in das Grundbuch, in dieses Verzeichnis aller Grundstücke?“ — Und da lautet die Antwort: „Nein, man braucht ein berechtigtes Interesse und muss das auch nachweisen.“ Aber das ist schon wieder Thema für ein weiteres Video.

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Was ist das Grundbuch?)

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Was ist das gerichtliche Insolvenzverfahren?

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Was ist das gerichtliche Insolvenzverfahren?)

Was ist das gerichtliche Insolvenzverfahren?

Gericht setzt Insolvenzverwalter ein (Was ist das gerichtliche Insolvenzverfahren?)

Nehmen wir wieder an, das ist eine Frage, die uns in der mündlichen Prüfung gestellt wird. Dann ist sehr gut, wenn man reagiert nun: „Rechtsgrundlage für das gerichtliche Insolvenzverfahren“, jetzt muss ich ja noch eine offizielle Rechtsgrundlage geben in unserem Rechtssystem, „Die Rechtsgrundlage ist die Insolvenzordnung. Und der Handelnde, der wesentliche Handelnde laut dieser Insolvenzverordnung ist der Insolvenzverwalter. Man kann also sagen: „Die Insolvenzverordnung setzt ein einen Insolvenzverwalter. Dieser Insolvenzverwalter hat zwei Aufgaben, zwei Aufgaben im Rahmen dieses gerichtlichen Insolvenzverfahrens:

→ Einmal: die Gläubiger befriedigen,

→ und zum zweiten: wenn möglich Erhaltung, Rettung des Unternehmens. Ich kürze mal ab, Erhaltung, also die Rettung des Unternehmens.

geralt / Pixabay

Zwei Aufgaben des Insolvenzverwalters.

Vor vielen Jahren hat es da mal eine Reform gegeben. Da hat man diese zweite Aufgabe in ein damals neues Insolvenzrecht eingebaut und hat gesagt: „Der Insolvenzverwalter soll sich darauf konzentrieren, nicht Leichen zu fleddern oder Leichen fleddern zu lassen, sondern wenn möglich das Unternehmen zu retten.“

Und das ist das gerichtliche Insolvenzverfahren, ja, ein Insolvenzverfahren, ein Verfahren, das eintritt, wenn der Schuldner zahlungsunfähig oder überschuldet, Insolvenz, hier ist der Schwerpunkt, Insolvenz heißt Zahlungsunfähigkeit, da wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt vom Gericht, und der Insolvenzverwalter muss sich jetzt nun um zwei Dinge kümmern. Das sieht ein bisschen aus wie ein Spagat, ist es auch, ja: einmal die Gläubige befriedigen, auf der andere Seite das Unternehmen retten, das ist ein Spagat, und man kann ja jetzt lange darüber streiten, ob es gelungen ist, in dieser, naja, neuen kann man nicht mehr sagen, aber in dieser Reform der Insolvenzordnung damals vor vielen Jahren, das wirklich richtig und gut umzusetzen, diesen Gedanken, dass es besser ist im Grunde für alle, wenn das Unternehmen erhalten wird, aber das ist ja nicht Gegenstand dieses Videos, sondern die obige Frage zu beantworten. Und wenn in der mündlichen Prüfung diese Antworten hier kommen, dann ist der Prüfer glücklich. Mehr will der dann auch gar nicht.

Prüfung: Geheimnisse der Lösungsfindung (Was ist das gerichtliche Insolvenzverfahren?)

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