Archiv für den Monat: April 2013

Betriebswirt/in IHK: Ablauforganisation

Zur Prüfung zum Betriebswirt/in IHK gehört das Fach "Unternehmensorganisation u. Projektmanagement". Es wird im Prüfungsfach "2. Situationsaufgabe" geprüft. Der Betriebswirt/in IHK-Prüfungskandidat hat dafür 240 Minuten Zeit. Wie immer sind maximal 100 Punkte erreichbar.

Das folgende Gebiet kann in vielen Bereichen relevant sein: Wir wählen hier den Oberbegriff "Ablauf-planung", obwohl auch der Begriff "Netzplantechnik" hier passend wäre.

Zunächst: Erfassung des Arbeitsablaufs, Betriebswirt/in IHK

Zunächst einmal muss der angehende Betriebswirt/in IHK die Arbeitsabläufe zu verstehen. Die Instrumente, die man einsetzen kann, heißen: Beobachtung, Befragung, das Quellenstudium von Stellenbeschreibungen und die Multimoment-aufnahme. Bei der Multimomentaufnahme wird zu mehreren ("multi") Zeitpunkten, die durch Zufall ausgewählt werden, der Arbeitsablauf beobachtet.

Visualisierung von Arbeitsabläufen, Betriebswirt/in IHK

Nachdem man die Arbeitsabläufe verstanden hat, kann es für den angehenden Betriebswirt IHK bzw. die angehende Betriebswirtin IHK  sinnvoll sein, sie zu visualisieren. Die hier verwendeten Techniken sind der Ablaufplan, die Listungstechnik, die Gantt-Technik, die Plannet-Technik und der Netzplan.

Die Listungstechnik wird vor allem benutzt, wenn es nur wenige Teilschritte des Projektes gibt und die Abläufe nicht vernetzt sind. Die Gantt-Technik wird auch Balkendiagramm-Technik genannt. Plannet-Technik ist eine Weiterentwicklung der Gantt-Technik. Bei der Plannet-Technik werden – über die Gantt-Technik hinaus – Abhängigkeiten der Tätigkeiten untereinander visualisiert. Nun betrachten wir die Netzplantechnik genauer.

Netzplantechnik, Grundaufgabe, Betriebswirt/in IHK

Die Netzplantechnik ist ein Instrument zur Zeitplanung von komplexen Projekten. Ein komplexes Projekt ist ein Projekt, deren Teilschritte nicht einfach hintereinander folgen, sondern teilweise parallel ausgeführt werden und an bestimmten Punkten wieder zusammenlaufen. Anwendungsbeispiele für Netzplantechnik sind größere Bauvorhaben oder die Entwicklung und Einführung eines neuen Produktes.

Netzplantechnik, Voraussetzungen, Betriebswirt/in IHK

Um die Netzplantechnik sinnvoll einzusetzen, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Das Gesamtprojekt muss in Teilschritte zerlegbar sein, der Zeitbedarf der einzelnen Schritte muss bestimmbar sein, und die Teilschritte müssen logisch miteinander verknüpft sein. Typische Anwendungsfälle für die Netzplantechnik sind größere Bauvorhaben (Hotels, Straßen, Brücken usw.) oder die Planung von Großveranstaltungen wie Messen oder Olympiaden. Im Personalwesen kann man die Netzplantechnik zum Beispiel für die Einführung eines neuen Personalverwaltungssystems einsetzen.

Netzplantechnik, Arten (Betriebswirt/in IHK)

In Theorie und Praxis gibt es viele Arten der Netzplantechnik. Wir betrachten hier die "critcal path method", kurz "CPM-Methode" und die PERT-Technik. "PERT" steht für "programm evaluation review technique", zu deutsch also "Programm-Einschätzungs-Überprüfungs-Technik".

Bei der CPM-Methode ist der Zeitbedarf  jedes Teilschrittes bekannt.

Bei der PERT-Methode ist der Zeitbedarf  hingegen nicht  genau bekannt, sondern muss errechnet werden. Die PERT-Technik ermittelt den Zeitbedarf pro Teilschritt des Projektes nach folgender Formel:

Optimistischste Zeit (OZ) +  4 Normalzeit (NZ) + Pessimistischste Zeit (PZ)

                                                         6                     

Beträgt also die optimistischste Zeitschätzung (OZ) für einen Teilschritt 2 Tage, die pessimistischste Zeitschätzung (PZ) hingegen 4 Tage, während der normale Zeitbedarf (NZ) auf drei Tage geschätzt wird, so setzt die PERT-Methode den Zeitbedarf für diesen Teilschritt auf drei Tage.

Es handelt sich hier um nichts anderes als um ein gewichtetes arithmetisches Mittel, bei dem die optimistischste Zeit und die pessimistischste Zeit gleich gewichtet sind, nämlich jeweils mit "1" und die Normalzeit  die Gewichtung "4" erhält. Die Summe der Gewichtungen der Zeiten ist also insgesamt 6, daher muss durch 6 dividiert werden.

Netzplantechnik, Darstellungsformen (Betriebswirt/in IHK)

Auch bei der Form der Darstellung gibt es viele Variationen, von denen wir die Vorgangspfeil-Technik und die Vorgangsknoten-Technik betrachten wollen.

Vorgangspfeil-Technik

Bei dieser Technik bezeichnet der angehende Betriebswirt IHK den Vorgang (die Tätigkeit) durch einen Pfeil, die Zustände vorher und nachher durch einen so genannten Knoten.

Nun kann man die Knoten noch genauer bezeichnen, indem man den frühest möglichen Beginn und den spätest möglichen Beginn in die Felder des Knotens eintragen kann. Außerdem ist es üblich die Zustände zu nummerieren und den Zeitbedarf für die Tätigkeit an den Pfeil zu schreiben.

Vorgangsknoten-Technik

Anders stellt die Vorgangsknoten-Technik das Projekt dar. Sie bildet für jede Tätigkeit einen Knoten. Im Gegensatz zur Vorgangspfeil-Technik stehen also bei der Vorgangsknoten-Technik die Vorgänge nicht an den Pfeilen, sondern in den Knoten. Die Pfeile zeigen bei dieser Technik lediglich an, wie die verschiedenen Knoten (=Tätigkeiten) logisch hintereinander abfolgen.

Kritischer Weg und Pufferzeiten, Betriebswirt/in IHK

Nachdem das gesamte Projekt mit seinen Teilschritten durch den Netzplan erfasst ist, wird der so genannte kritische Weg deutlich. Der kritische Weg ist der Weg, auf dem keine Zeitverzögerungen auftreten dürfen. Anders gesagt: dauert ein Vorgang, der auf dem kritischen Weg liegt, länger als geplant, so wird das gesamte Projekt später fertig.

Liegt ein Vorgang nicht auf dem kritischen Weg, so hat dieser Vorgang eine so genannte Pufferzeit. Diese Pufferzeit besagt, dass die Tätigkeit um diese Pufferzeit länger dauern darf, ohne dass das Gesamtprojekt später fertig wird.

Gesamte Pufferzeit

Die gesamte Pufferzeit ist die Pufferzeit, die einem Vorgang unter den günstigsten Bedingungen zur Verfügung steht. Der maßgebliche Vorgänger wird frühest möglich abgeschlossen und der maßgebliche Nachfolger beginnt spätest möglich.  Die gesamte Pufferzeit zeigt also den gesamten Spielraum, der für einen Vorgang besteht, ohne dass die Dauer des Gesamtprojektes gefährdet wird.

Gesamte Pufferzeit, Berechnung

Die gesamte Pufferzeit wird errechnet, indem man die Spanne zwischen frühestem und spätestem Endzeitpunkt eines Vorgangs berechnet. Mit den Symbolen "FEZ" und "SEZ" für den frühesten bzw. spätesten Endzeitpunkt ausgedrückt:

Gesamte Pufferzeit des Vorgangs "a" =  SEZ a    FEZ a.

Man kann die gesamte Pufferzeit genauso auch mit den Symbolen "FAZ" und "SAZ" für die früheste bzw. späteste Anfangszeit berechnen:

Gesamte Pufferzeit des Vorgangs "a" =  SAZ a    FAZ a.

Freie Pufferzeit, Betriebswirt/in IHK

Die freie Pufferzeit beantwortet dem Betriebswirt/in IHK hingegen die Frage, wie viel Spielraum für einen Vorgang noch besteht, wenn der unmittelbare Nachfolger (und damit alle nachfolgenden Vorgänge) frühest möglich beginnen sollen. Die freie Pufferzeit fragt also, wie viel Zeit für einen Vorgang noch bleibt, ohne dass der Nachfolger "gestört" wird und später als frühest möglich beginnen muss. "Freie" Pufferzeit bedeutet also, dass die Menschen, die an einer Tätigkeit mir freier Pufferzeit arbeiten, diese freie Pufferzeit frei und ungebunden verwenden können, weil es niemand merkt und es niemanden stört. Der Nachfolger beginnt trotzdem frühest möglich.

Freie Pufferzeit, Berechnung Vorgangspfeil-Technik

Die freie Pufferzeit wird berechnet, indem man die früheste Anfangszeit des Nachfolgers nimmt und hiervon den frühesten Anfangszeitpunkt des Vorgängers, sowie die Zeitdauer des Vorgängers abzieht. Diese Berechnungsmethode wird bei der Vorgangspfeil-Technik angewendet. Wir betrachten dazu einen Ausschnitt aus einem Netzplan und errechnen die freie Pufferzeit für Vorgang F der von Zustand 3 zu Zustand 5 führt:

Frühest möglicher Beginn des Nachfolgers (Nr. 5):                                11

minus  Frühest möglicher Beginn des  Vorgängers  (Nr. 3)                     4

minus  Dauer des Vorgangs F:                                                                4

 Freie Pufferzeit:                                                                                        3

Freie Pufferzeit, Berechnung Vorgangsknoten-Technik

Bei der Vorgangsknoten-Technik kann man sich die Berechnung etwas vereinfachen, da wir hier auch Angaben über die frühesten Endzeitpunkte haben, die sich ergeben, wenn man den frühesten Anfangs-zeitpunkt und die Dauer des Vorgangs addiert. Wir sparen hier einen Rechenschritt und ziehen vom frühesten Anfangszeitpunkt des Nachfolgers gleich den frühesten Endzeitpunkt des Vorgängers  ab:

                         Frühester Anfangszeitpunkt Nachfolger "b"

          minus            Frühester Endzeitpunkt Vorgänger "a"

                             gleich Freie Pufferzeit des Vorgangs "a"

Oder kürzer: Freie Pufferzeit "a" =  FAZ b – FEZ a

Wenn ein Vorgang zwei oder mehr Nachfolger hat, muss die kleinste der verschiedenen frühesten Anfangs-zeiten der Nachfolger gewählt werden. Das Video zeigt die Berechnung:

Bedeutung der Freien Pufferzeit (Betriebswirt/in IHK)

Die freie Pufferzeit wird vor allem dann bedeutsam, wenn gesamte Pufferzeit und freie Pufferzeit eines Vorgangs voneinander abweichen. Wird nämlich die gesamte Pufferzeit eines Vorgangs voll beansprucht, so ändert sich zwar nicht die Gesamtdauer des Projektes. In der Regel wird aber der Nachfolger dieses Vorgangs in seine spätest mögliche Anfangszeit gedrängt. Somit werden die Menschen, die am Nachfolgevorgang arbeiten, in ihrer Planung beeinträchtigt und müssen umdisponieren, wenn der Vorgänger seine gesamte Pufferzeit voll ausnutzt.

Die freie Pufferzeit sagt hingegen, um wie viel sich ein Vorgang verzögern darf, der Nachfolger dabei aber trotzdem frühest möglich beginnen kann. Innerhalb der freien Pufferzeit können also die Menschen, die einen solchen Vorgang bearbeiten, frei disponieren. Sie können um die freie Pufferzeit später beginnen oder länger brauchen. Sie geraten dadurch nicht in Streit mit den Nachfolgern, da die Nachfolger trotzdem frühest möglich beginnen können. Bei mehreren Nachfolgern ist allerdings der Nachfolger mit der niedrigsten frühesten Anfangszeit maßgeblich.

Vorteile der Netzplantechnik (Betriebswirt/in IHK)

Die Vorteile der Netzplantechnik liegen darin, dass sie dazu zwingt, das Projekt genau zu durchdenken. Die grafische Darstellung macht das Projekt sehr übersichtlich. Engpässe werden dem Betriebswirt/in IHK deutlich, so dass rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können, um diese zu beseitigen. Außerdem wird sofort deutlich, ob und wie sich eine nicht geplante Verzögerung auf die Gesamtdauer des Projektes auswirkt. Jeder Beteiligte erkennt am Netzplan, wie wichtig seine Tätigkeit für das Gelingen des Gesamt-projektes ist.

Betriebswirt/in IHK: Prüfungsrelevanz des Faches Ablauforganisation

Auch Prüfungsrelevanz des Faches "Ablauforganisation" ist hoch. Es geht aber auch hier nicht darum, Wissen zu reproduzieren, sondern der angehende Betriebswirt IHK oder die angehende Betriebswirtin IHK muss handlungsorientiert Lösungen entwickeln. Es geht also bis zu einem gewissen Grad auch darum, dass  der angehende Betriebswirt IHK bzw. die angehende Betriebswirtin IHK Kreativität entwickelt. Die Zeit des Auswendiglernens und "Wiederkäuens" ist vorbei und dies muss dem Prüfungskandidaten zum Betriebswirt/in IHK klar sein. Hier weitere Fächer zum Betriebswirt/in IHK.

 

 

                                                                                           © Dr. Marius Ebert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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Die Adobe Creative Cloud (Gastbeitrag)

 

Mit der Adobe Creative Cloud stehen dem Nutzer sämtliche Applikation aus der Adobe Creative Suite (Versionsnummer 6) jederzeit zur Verfügung. Da wäre das allseits beliebte Photoshop, der Illustrator, aber auch viele weitere Programme wie InDesign oder Lightroom sind in Minuten einsatzbereit.

Dazu kommen die Adobe eigenen Online-Dienste um Dateien zu synchronisieren, gemeinsam zu bearbeiten oder einfach zum Abspeichern der eigenen, kreativen Arbeiten und Datenmengen. Selbstredend steht nach Abschluss (des mit 30€ recht preisgünstigen) Abonnements dem User alle aktuellen Versionen zur Verfügung, der Update-Wahn hat also ein Ende. 

Alle weiteren Infos bekommt man an dieser Stelle: http://www.adobe.com/de/creativecloudforstudents/
 

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Betriebswirt/in IHK: Projektmanagement, Phasen

Zur Prüfungsstoff zum Betriebswirt/in IHK gehört das Fach "Unternehmensorganisation u. Projekt-managment". In der Prüfung zum Betriebswirt/in IHK heißt dies "2. Situationsaufgabe". Der Betriebswirt/in IHK-Prüfungskandidat hat dafür 240 Minuten Zeit. Wie immer sind maximal 100 Punkte erreichbar. Das bedeutet, dass man für eine 10 Punkte Aufgabe 24 min Zeit hat.  Eine Profilbeschreibung des Betriebswirt/in IHK hier.

In diesem Fachgebiet zeigt der Betriebswirt/in IHK seine handlungsorientierte Lösungskompetenz. Kenntnisse gewisser Strukturen sind für den angehenden Betriebswirt IHK bzw. die angehende Betriebswirtin IHK wichtig, insbesondere natürlich die Struktur des Projektmanagements. Der folgende Beitrag soll helfen und das Video zeigt die Hauptstruktur:

Phasen des Projektmanagements im Überblick (Betriebswirt/in IHK)

                        1. Schritt: Projektauslösung

                       2. Schritt: Projektplanung

                                                          a) Projektanalyse

                                                          b) Projektablaufplanung

                                                          c) Personalplanung

                                                          d) Terminplanung

                                                          e) Sachmittelplanung

                                                          f) Kostenplanung

                                                          g) Kontrollplanung

                       3. Schritt: Projektumsetzung

                       4. Schritt:  Projektkontrolle

 

1. Schritt: Projektauslösung

Ein Projekt wird dadurch ausgelöst, dass man ein Problem oder eine Schwachstelle erkennt oder ein  Ziel verwirklichen will.     

2. Schritt: Projektplanung, Überblick

Die Projektplanung besteht aus verschiedenen Teilschritten, die wir zunächst im Überblick betrachten wollen. Folgende Schritte sind vorzunehmen: a) Projektanalyse b) Projektablaufplanung, c) Personalplanung, d) Terminplanung,  e) Sach-mittelplanung, f) Kostenplanung, g) Kontrollplanung.

a) Projektanalyse (2. Schritt: Projektplanung)

Bei der Projektanalyse wird zunächst das Projekt in Hauptaufgaben und Teilaufgaben zerlegt. Es empfiehlt sich eine Visualisierung, zum Beispiel wie in dem folgender Video: 

 

Der Projektstrukturplan wir auch „Baumdiagramm“ genannt.

Projektstrukturplan, Gestaltungsmöglichkeiten

Die Bezeichnung der Äste des Baumes (des Projektstruktursplans) kann der Betriebswirt/in IHK objekt-bezogen, phasenbezogen oder tätigkeitsbezogen aufbauen. „Objektbezogen“ bedeutet, dass man das zu planende Objekt zerlegt. Dies wäre denkbar, wenn das Projekt z. B. „Hausbau“ heißt. Dann könnte man objektbezogen zerlegen in: Bau des Kellers, Bau der 1. Etage, usw. Eine andere Möglichkeit wäre das Projekt „Hausbau“, phasenbezogen zu strukturieren, z. B. in Planungsphase, Vermessungsphase, 1. Bauphase, 2. Bauphase usw. Die dritte Möglichkeit wäre, tätigkeitsbezogen zu strukturieren: planen, vermessen, Material disponieren, Material bestellen usw. Man muss im Einzelfall entscheiden, welches der drei Gliederungsprinzipien sinnvoll ist. Oft wählt man in der Praxis auch eine Kombination.

b) Projektablaufplanung (2. Schritt: Projektplanung)  Betriebswirt/in IHK

Nun müssen die einzelnen Teilaufgaben in ein Ablaufschema gebracht werden. Folgende Projektabläufe sind möglich: linear, parallel und vernetzt.

Am häufigsten wird man wohl in der Praxis von einem vernetzten Projektablauf ausgehen können.

c) Personalplanung (2. Schritt: Projektplanung), Betriebswirt/in IHK

Bei der Personalplanung kommt es darauf an, Arbeitskräfte in ausreichender Anzahl und mit adäquater Qualifikation zu bekommen.

 d) Terminplanung (2. Schritt: Projektplanung), Betriebswirt/in IHK

Damit eine Terminplanung vorgenommen werden kann, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

                                               – einzelne Vorgänge sind definiert

                                               – Abhängigkeitsstruktur der Vorgänge liegt vor

         – Zeitbedarf für jeden Vorgang liegt vor

Techniken zur Terminplanung: 

             – Listungstechnik

              – Gantt-Technik (Henry L. Gantt), auch „Balkendiagramm-Technik“

             – Plannet-Technik (Planning Network)

Die PLANNET-Technik ist eine Weiterentwicklung der Gantt-Technik. Bei der PLAN-NET-Technik werden – über die Gantt-Technik hinaus – Abhängigkeiten der Tätig-keiten untereinander visualisiert.

            – Netzplantechnik

Voraussetzung: Planungsobjekt muss in Teilvorgänge zerlegbar sein.

Beim Netzplan gibt es verschiedene Darstellungsformen. Die häufigste Technik ist die Knotentechnik. Die Tätigkeit steht im Knoten, der Pfeil zeigt an, welche Tätigkeit oder welche Tätigkeiten folgen.

e) Sachmittelplanung (2. Schritt: Projektplanung), Betriebswirt/in IHK

Bei der Sachmittelplanung geht es darum, sicherzustellen, dass die Sachmittel in ausreichender Menge und zur richtigen Zeit zur Verfügung stehen. Zu planen ist z. B. der Bedarf an Arbeitsräumen, Maschinen und Arbeitsmitteln usw.       

 f) Kostenplanung (2. Schritt: Projektplanung), Betriebswirt/in IHK

Der Betriebswirt/in IHK weiß:  Kosten sind betriebsbezogener Werteverzehr. Im Falle eines Projektes können wir die Kosten sogar noch genauer als projektbezogenen Werteverzehr definieren. Diese Definition bedeutet, dass es bei Kosten nicht darauf ankommt, ob Geld abfließt, sondern einzig und allein, ob ein Werteverzehr stattgefunden hat, der betriebs- (oder hier) projektbezogen ist.

So sind zum Beispiel Anschaffungsauszahlungen für eine Maschine keine Kosten, da hier kein Werte-verzehr, sondern nur eine Werteumwandlung stattfindet. Kauft das Unternehmen also eine neue Maschine für 10.000 EUR, so sind dies keine Kosten. Der Werteverlust der Maschine über die Jahre der Nutzung, genannt Abschreibungen, sind hingegen sehr wohl Kosten, obwohl hier kein Geld abfließt.

Zu planen sind zum Beispiel: Personalkosten, Materialkosten, Kapitalkosten, Fremdleistungskosten, Computerkosten usw.

g) Controllingplanung (2. Schritt: Projektplanung), Betriebswirt/in IHK

Die Planung des Projektcontrollings kann durch Planung von bestimmten Richtgrößen geschehen, die für einzelne Bereiche vorgegeben werden. Besonders wichtig ist es, Terminvorgaben realistisch zu planen, da über die Einhaltung dieser Terminvorgaben die Ausführung des Projektes am schnellsten gesteuert werden kann. Auch für den Mitarbeitereinsatz und den Sachmitteleinsatz können Richtgrößen geplant und vorgegeben werden. Der wichtigste Schritt im Rahmen der Controllingplanung ist jedoch die Budgetierung der Kosten.

3. Schritt: Projektumsetzung und 4. Schritt:  Projektcontrolling

Ein Projektcontrolling sollte der Betriebswirt/in IHK schon machen, während das Projekt läuft. Ob das Projekt wie geplant läuft, oder ob es Abweichungen gibt, lässt sich am besten und schnellsten durch die Beobachtung der beiden Größen "Zeit" und "Kosten" feststellen, also durch Terminkontrolle und Kosten-kontrolle. (Besser wären hier sogar noch die Begriffe: Termin– und Kostensteuerung.)

Eventuell kann es empfehlenswert sein, den Teileinheiten des Projektes vorzuschreiben, regelmäßige Berichte über den Projektfortschritt abzuliefern. Auch ist es sinnvoll, bestimmte Teilabschnitte des Projektes zu definieren ("Meilensteinprinzip"). An jedem erreichten Meilenstein kann der Betriebswirt/in IHK  dann festgestellen, wie weit das Etappenziel erreicht wurde und inwieweit Maßnahmen erforderlich sind, um die Soll-Ist-Abweichung zu minimieren. Generell bedeutet ein gutes Projektcontrolling vor allem eine gute Kommunikation der Beteiligten.

Einsatzmöglichkeiten der EDV (Betriebswirt/in IHK)

Im Rahmen des Projektmanagements kann der Betriebswirt/in IHK die EDV an vielen Stellen einsetzen. Durch EDV kann die Kommunikation verbessert werden (E-Mail, Intranet). Kostenkalkulationen im Rahmen des Projekt-managements können mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms schnell und übersichtlich erstellt werden. Um Netzpläne zu erstellen, gibt es ebenfalls entsprechende Software. Auch die Terminplanung kann der Betriebswirt/in IHK mit Hilfe des Computers verbessern (Zeitmanagement-Systeme, automatische Terminerinnerung usw.) Zum Abschluss oder während des Projektes kann der Betriebswirt/in IHK mit einer Präsentationssoftware Zwischen- oder Endergebnisse präsentieren. Generell geht die Tendenz zum so genannten „Cloud Computing“. Dies bedeutet zentrale Datenspeicherung auf einem Server und dezentraler Zugriff von „überall“.

Betriebswirt/in IHK: Prüfungsrelevanz des Faches Projektmanagement

Die Prüfungsrelevanz dieses Faches "Projektmanagement" ist hoch.  Es geht aber auch hier nicht darum, Wissen zu reproduzieren, sondern der angehende Betriebswirt IHK oder die angehende Betriebswirtin IHK muss Fall- und Problembezogen Lösungen entwickeln.Es geht also bis zu einem gewissen Grad auch um eine gewisse Kreativität. Die  Zeit des Auswendiglernens und "Wiederkäuens" ist vorbei und dies muss dem Prüfungskandidaten zum Betriebswirt/in IHK klar sein. Hier weitere Fächer zum Betriebswirt/in IHK.


                                                                                                © Dr. Marius Ebert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marius Ebert: Lernmotivation, Teil 2

Willkommen zurück, mein Name ist Marius Ebert. Wir sind mitten in einer kleinen Videoserie über Lernmotivation und wozu ich Sie hier im zweiten Teil einladen möchte, ist Lernen „nebenbei“.

 

Wer hat eigentlich gesagt, dass wir beim Lernen immer am Schreibtisch sitzen müssen? Das waren vermutlich die gleichen Leute, die gesagt haben, dass mit der Schule der Ernst des Lebens beginnt. Also ich lade Sie ein, zum Beispiel Ihren Lernstoff auf MP3 oder irgendein Medium zu sprechen und sich dann den Lernstoff mit Ihrem MP3-Player beim Joggen, beim Autofahren – schauen Sie mal hier –anzuhören. Sie können das auch mit Musik untermalen, das ist dann etwas aufwändiger, aber vielleicht nur einfach mal den Lernstoff aufsprechen. Sie wissen, dass die Aufbereitung eigentlich der wichtigere Teil, auch der arbeitsintensivere Teil ist.

 

Und dann sollten Sie nebenbei, das ist wichtig, den Lernstoff hören. Sie brauchen mit Ihrer bewussten Aufmerksamkeit nicht beim Lernstoff zu sein, Sie sollten es beim Autofahren nicht sein. Sie sollten beim Autofahren natürlich auf die Straße und den Verkehr achten. Aber genau so wie Sie Ihr Autoradio nebenbei laufen lassen, können Sie Ihrem Lernstoff laufen lassen. Die Werbung macht es genau so. Das ist so zu sagen Lernen über das Unterbewusstsein. Das Unterbewusstsein nimmt die Informationen auf und die Werbung macht es wie gesagt ganz genau so. Sie zielt auf unser Unterbewusstsein, nicht auf unser Bewusstsein. Kein Mensch schaut sich bewusst Werbeplakate an. Also: Lernen über das Unterbewusstsein durch Lernen nebenbei.

 

Ja, vielen Dank. Diese Bilder sind übrigens aus meinem Buch, ein Spaßlerndenkbuch, „So wird man ein Genie“. Schicken Sie mir eine e-Mail an info(at)spasslerndenk.de, wenn Sie das interessiert, dann bekommen Sie weitere Informationen.

 

Vielen Dank, mein Name ist Marius Ebert.

 

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Personalfachkaufmann/frau IHK: Konjunkturpolitik, Instrumente

Personalkaufmann/frau IHK: Fiskalpolitik u. Geldpolitik

 

Wir sind in der Konjunktur- und Beschäftigungspolitik und im letzten Video hatte ich versprochen, dass wir uns einen Ast noch einmal etwas genauer anschauen, und zwar diesen Ast hier: Instrumente der Konjunkturpolitik, Fiskalpolitik und Geldpolitk.

Und genau da sind wir, ich habe also auf den Pfeil geklickt. Wir sind bei der nächsten Mindmap, Instrumente der Konjunkturpolitik. Die Geldpolitik ist das eine Instrument. Und hier ist die EZB, die europäische Zentralbank, zuständig. Sie sehen, dass hier ein weiterer Pfeil zur nächsten Mindmap geht.

Und die EZB hat mehrere Möglichkeiten. Einmal expansiv. Expansiv heißt ausdehnend. Es geht um Geldpolitik, das heißt Ausdehnung der Geldmenge. Es steht der Volkswirtschaft mehr Geld zur Verfügung. Wie macht sie das? Nun, sie macht Geld billiger. Sie senkt die Zinsen oder sie senkt die Mindestreservesätze. Mindestreservesätze legen einen Prozentsatz fest und in Höhe dieses Prozentsatzes dürfen die Banken nicht mit dem Geld arbeiten. Das heißt, dass, wenn die Mindestreservesätze gesenkt werden, haben die Banken mehr Ware, Geld ist ja für Banken Ware, zur Verfügung.

Restriktiv ist genau das Gegenteil. Ohne dass wir jetzt hier weiter in Details gehen. Also das ist jetzt keine Betrachtung der Instrumente der EZB, sondern einfach noch einmal kurz: Was ist expansive und restriktive Geldpolitik. Restriktiv ist genau das Gegenteil: Man macht das Geld teurer. Man erhöht die Zinsen oder man erhöht die Mindestreservesätze, beschränkt den Banken also einen bestimmten Teil ihrer Ware, indem man den Prozentsatz des Mindestreservesatzes erhöht.

Das andere Instrument ist die Fiskalpolitik. Und das bedeutet, dass hier der Staat zuständig ist. Und hier gibt es zwei Ansatzpunkte, bleiben wir zunächst mal bei diesen Ästen, gucken also nicht so sehr darüber. Angebotsorientiert und nachfrageorientiert, das ist das, was man sich zunächst einmal merken muss. Angebotsorientiert bezieht sich auf die Unternehmer. Man unterscheidet ja volkswirtschaftlich zwischen angebotsorientierten Volkswirtschaft oder Wirtschaftspolitik – das bedeutet, dass man die Unternehmer stärkt – und nachfrageorientiert – man kümmert sich um die privaten Haushalte. Also: Es gibt hier zwei Ansatzpunkte, die Unternehmer und die privaten Haushalte.

Schauen wir zunächst auf die Unternehmer. Sie sehen, dass auch hier die beiden Worte expansiv und restriktiv wieder auftauchen. Restriktiv bedeutet beschränkend. Das bedeutet, dass man die Steuern erhöht. Und expansiv bedeutet, dass man die Steuern für Unternehmer senkt, sodass Unternehmer weniger Geld an den Staat abgeben müssen und damit mehr Geld für z.B. Investitionen zur Verfügung haben. Das ist expansive, unternehmerorientierte Wirtschaftspolitik. Restriktiv, beschränkend genau das Gegenteil.

Bezogen auf die Seite der Nachfrage, also auf die privaten Haushalte kann man auch wieder mit der Unterscheidung zwischen restriktiv und expansiv vorgehen. Man senkt die Einkommenssteuer. Die Einkommenssteuer ist ja die Steuer für Privatleute. Während Sie mal hier oben bei Senkung der Unternehmenssteuer danach gefragt werden, was das denn für Steuern sind, dann könnten Sie die Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer nennen. Bei den privaten Haushalten nennen Sie die Einkommenssteuer und die Umsatzsteuer, die ja letztlich auch der Endverbraucher zahlt. Oder ABM-Maßnahmen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, oder, dadurch ausgelöst, der Multiplikator-Effekt. Sie sehen, dass das wieder eine besondere Mindmap ist, um den Rahmen nicht zu sprengen. Dadurch dass man so genannte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen startet, bekommen Menschen für mehr oder wenige sinnlose Arbeit Geld in die Hand und können damit wieder in die Geschäfte gehen. In den Geschäften wird wieder mehr gekauft, dadurch bestellt der Einzelhändler mehr beim Großhändler, der Großhändler mehr bei der produzierenden Wirtschaft und dadurch ein Multiplikator-Effekt, eine Art Domino-Effekt.

Oder man macht das Ganze restriktiv und man macht das Gegenteil. Man erhöht die Umsatzsteuer, die man landläufig auch Mehrwertsteuer nennt, das ist das Gleiche. Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer ist das Gleiche. Man erhöht die Mehrwertsteuer oder man erhöht die Einkommenssteuer. Dadurch haben die privaten Haushalte weniger Geld zur Verfügung und können weniger konsumiere. Das ist restriktive Wirtschaftspolitik. Auch das gibt es, auch das macht man, wenn eine Wirtschaft droht, zu überhitzen. Wenn der Motor stottert, ist das nicht gut, aber wenn der Motor zu schnell läuft, ist das auch nicht gut. Und man spricht in diesem Zusammenhang sehr oft vom Konjunkturmotor. Der muss rund laufen. Der darf nicht stottern, aber er darf auch zu schnell laufen und überhitzen. Also in diesem Fall, wenn der Konjunkturmotor droht zu überhitzen wäre restriktive Wirtschaftspolitik angezeigt. Sonst, und das wurde in den letzte Jahre sehr viel öfter gemacht, expansive, nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, oft auch kombiniert mit expansiver, angebotsorientierter Politik. Also die reine Lehre gibt es hier nicht. Meistens kriegt jeder ein bisschen was. Meistens ist das ein Bündel von Maßnahmen.

Okay, das war’s für dieses Video. Achten Sie auf den Abspann.

Abspann:

Gratis Lernhilfe. Wollen Sie diese Mindmap als gratis PDF. Alles, was Sie tun müssen, ist, unter diesem Video auf den Link zu klicken und dann Ihre e-Mail Adresse einzutragen, damit ich Ihnen die Mindmap schicken kann.

Achtung: Dieses Angebot ist nur eine begrenzte Zeit online. Klicken Sie also jetzt auf den Link unter dem Video und tragen Sie Ihre e-Mail Adresse ein, damit ich Ihnen die Mindmap schicken kann.

Alles Gute für Sie!

 

Personalfachkaufmann/frau IHK: Mind Map zum Herunterladen

 

 © Dr. Marius Ebert

Personalfachkaufmann/frau IHK, Konjunktur- u. Beschäftigungspolitik

Personalfachkaufmann/frau IHK: Konjunktur- u. Beschäftigungspolitk, Mind Map

 

Hallo und willkommen! Mein Name ist Marius Ebert und ich erkläre Ihnen wieder die strukturierte Aufnahme von Wissen, diesmal am Beispiel Konjunktur- und Beschäftigungspolitik. Hier wieder PFK, Personalfachkaufmann, aber in vielen, vielen Gebieten, in vielen, vielen anderen Prüfungen kommt dieses Thema hier vor.

 

Was ist Konjunktur?

Starten wir also und kommen zunächst einmal zur Definition. Was ist denn Konjunktur? Konjunktur ist das Auf und Ab der Wirtschaft, also ein zyklischer Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Begriff stammt ursprünglich ab vom Mondzyklus: zunehmender und abnehmender Mond, das nennt man Konjunktur. Und das hat man auf die Wirtschaft übertragen und sagt: Da gibt es auch zunehmende Phasen, Wachstumsphasen, und Schrumpfungsphasen. Konjunktur ist also das Auf und Ab der Wirtschaft.

 

Wie kann man Konjunktur messen?

Wie kann man die Konjunktur messen? Wir sprechen von Konjunkturindikatoren. Sie wissen, dass man eine Mindmap immer von dem dicken Ast zu den dünnen Ästen. Also Konjunkturindikatoren sind Anzeiger. Ähnlich wie man früher den Vogelflug beobachtet hat oder Steine geworfen hat oder in Tiereingeweiden gelesen hat betrachtet man heute etwas andere Indikatoren, weil man wissen möchte, wie die Zukunft sich entwicklen wird. Da gibt es nämlich zum Beispiel die Auftragseingänge. Das ist natürlich wichtig, denn Auftragseingänge sind zukünftiger Umsatz und damit ein Wachstum der Wirtschaft. Der Beschäftigungsstand – werden mehr Menschen eingestellt oder werden Menschen entlassen – ist ein Anzeiger für die Entwicklung der Wirtschaft. Die Lohnentwicklung: Sind die Gewinne der Unternehmen so gut, dass auch die Arbeitnehmer davon partizipieren; ist sie positiv oder negativ? Und das Zinsniveau spielt mit hinein: Ist Geld teuer oder billig, um neu zu investieren? Das ist nicht vollständig, aber das sind wichtige Beispiele.

 

Was ist ein Konjunkturzyklus?

Ein Konjunkturzyklus. Ich sagte vorhin schon: Es gibt eine zunehmende Bewegung, und es gibt eine abnehmende Bewegung. Was heißt das? Nun, hier haben wir einen solche Zyklus: Aufschwung, Hochkonjunktur, man spricht hier auch vom Boom, dann der Abschwung, die Rezession, im schlimmsten Fall ist das eine Depression.

 

Wie kann man Konjuktur messen?

Und wie messen wir das? Wir messen das an der jährlichen Zuwachsrate des realen BIP, des Bruttoinlandprodukts. Dazu gleich noch ein bisschen mehr. Ein solcher Zyklus, also eine  Phase von Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession, dauert etwa 5-7 Jahre, wobei man auch schon kürzere und teilweise auch längere Zyklen beobachten konnte. Das ist also ein Durchschnittswert.

Schauen wir uns das noch einmal etwas genauer an: Gemessen an dem realen Bruttoinlandprodukt. Denn was ist das Bruttoinlandsprodukt, BIP? Das sind alle Güter und Dienstleistungen, die in Deutschland (Inland bedeutet in diesem Fall Deutschland) in einem Jahr produziert werden. Das Ganze wird in Geld bewertet, wir machen also: Menge x Preis (Produkt 1) + Menge x Preis (Produkt 2) + Menge x Dienstleistung 1 + Menge x Dienstleistung 2 und so weiter. Eine sehr, sehr lange Multiplikation und Addition. Ist das Ganze aufaddiert, kommen wir auf eine Gesamtsumme und wir beobachten die Veränderung dieser Gesamtsumme im Vergleich zum Vorjahr. Wächst sie oder schrumpft sie? Diese Veränderung misst man in Prozent. Und das ist das Wachstum, gemessen an der jährlichen Zuwachsrate in Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts.

Und nun kommen wir in dieser Mindmap nur kurz, das ist einer weiteren Mindmap vorbehalten (ich möchte die Mindmaps nicht mit zu viel Wissen überladen), zu den Instrumenten der Konjunkturpolitik. Das ist natürlich eine klassische Prüfungsfrage. Was kann man nun tun, um diesen Zyklus zu beeinflussen, vor allem wenn man sich in einer Abschwungphase oder gar einer Rezession befindet? Was kann getan werden? Und da gibt es zwei grundsätzliche Ansatzpunkte, Sie sehen hier den Pfeil. Es geht zu einer weiteren Mindmap, da wird sie kurz aufgeblendet. Fiskalpolitik, das heißt Fiskus=der Staat, oder Geldpolitik, die Zentralbank. Man kann natürlich auch beides kombinieren, aber das sind die beiden grundsätzlichen Ansatzpunkte. Dazu mehr in einem weiteren Video.

Alles Gute für Sie, viel Erfolg bei der Prüfung.

 

Marius Ebert

 

 © Dr. Marius Ebert

Betriebswirt/in IHK: Grundlagen EU-Warenverkehr: die vier Freiheiten

Der Betriebswirt IHK bzw. die Betriebswirtin IHK muss die Grundlagen des EU-Warenverkehrs wissen. Sie gehören mittlerweile zur Allgemeinbildung. Hier sind sie:

Die Freiheit des Personenverkehrs. Jeder EU-Bürger darf in einen anderen Mit-gliedsstaat einreisen, sich dort aufhalten und niederlassen, sowie einen Arbeitsplatz suchen. Diplome und Prüfungszeugnisse sollen wechselseitig anerkannt werden. Es werden alle Personenkontrollen an den Binnengrenzen aufgehoben (Schengener Abkommen von 1995 mit einigen Ausnahmen). Außerdem soll auch das Polizeirecht harmonisiert werden.

Die Freiheit des Warenverkehrs. Jeder Bürger kann innerhalb der Union Produkte ungehindert exportieren und importieren. Um dies zu erreichen, werden alle Kontrollen an den Binnengrenzen aufgehoben. Außerdem sollen die Umsatz- und Verbrauchssteuern harmonisiert werden und Normen und Waren-vorschriften gegenseitig anerkannt oder vereinheitlicht werden. Schließlich soll der Markt für öffentliche Aufträge liberalisiert werden.

Die Freiheit des Dienstleistungsverkehrs. Dies bedeutet die Freizügigkeit der Finanzdienstleistungen, die Harmonisierung von Banken- und Versicherungsaufsicht und die Öffnung der Transport- und der Telekommunikationsmärkte.

Die Freiheit des Kapitalverkehrs. Geld kann innerhalb der Gemeinschaft ohne Behinderung transferiert werden. Der Wertpapierverkehr soll verbessert werden und ein funktionstüchtiger gemeinsamer Finanzmarkt soll geschaffen werden.

Umsetzung  der Ziele

Wieweit sind diese vier Freiheiten umgesetzt? Die Antwort auf diese Frage lautet: unterschiedlich weit.

Grenzkontrollen für Personen und Waren gibt es so gut wie nicht mehr. Allerdings beobachtet der Betriebswirt/in IHK, der ja auch ein aufmerksamer Zeitungsleser ist :-), in jüngster Zeit eine Tendenz, diese Freiheitspinzipien zurück zu drehen, zumindest in einigen Ländern.

Fortschritte hat man auch bei der Beseitigung technischer Handelshemmnisse erzielt. Dafür musste zunächst der Versuch aufgegeben werden, alle Normen und Vorschriften zu vereinheitlichen. Stattdessen arbeitet man nun mit dem Prinzip der gegenseitigen Anerkennung. Eine technische Norm, Vorschrift oder Bestimmung, die in einem der Mitgliedsstaaten zugelassen wurde, muss in allen anderen Staaten ebenfalls zugelassen werden.

Für die Freiheit der Dienstleistungen der Banken  und damit des Kapitalverkehrs gilt die Niederlassungs-freiheit. Die Kreditinstitute benötigen die Zulassung nur eines EU-Mitgliedstaates (also ihres Heimatlandes) für eine europaweite Geschäftstätigkeit.

Sie dürfen ihre Finanzangebote grenzüberschreitend vertreiben, ohne eine Niederlassung in dem jeweiligen Land errichten zu müssen.

Strenger sind die Regelungen für Versicherungen. Sie müssen in dem jeweiligen Land eine Zulassung beantragen und zwar nach dem dort gültigen Recht für die Versicherungsaufsicht.

Noch nicht sehr weit ist man auf dem Gebiet der Steuern, speziell der Umsatzsteuer und des Besteuerungsprinzips, da man das ursprünglich angestrebte so genannte Ursprungslandprinzip bisher nicht umgesetzt hat. Dieses Prinzip besagt, dass für eine Ware der Umsatzsteuersatz des Landes gilt, aus dem diese Ware kommt. Stattdessen gilt das Bestimmungslandprinzip, das heißt, es ist der Umsatzsteuersatz des Landes maßgeblich, in das die Ware verkauft wird. Das Video fasst für den Betriebswirt/in IHK das Ganze noch einmal zusammen:

Der Betriebswirt/in IHK findet das Thema "Umsatzsteuer" in diesem Blog an anderer Stelle behandelt.

Betriebswirt/in IHK: Umsatzsteuer

 © Dr. Marius Ebert