Viele Menschen verstehen nicht, dass es in anderen Ländern andere „ungeschriebene Regeln“ gibt und denken, es sei Alles „so wie bei uns“. Keiner weiß, wie viele Geschäfte schon deswegen nicht zum Abschluss gekommen sind, aber die Summe ist sicher hoch. Dass es zwischen Deutschland und Japan unterschiedliche Regeln geben mag, wird der Ein oder Andere noch verstehen. Aber innerhalb Deutschlands? Und doch ist es so.
Hier der dritte Teil des Beitrags über die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland:
Sich präsentieren
Der Westdeutsche neigt bei einer Präsentation dazu, sich positiv darzustellen und sogar leicht zu übertreiben. Anders der Ostdeutsche. Er stellt sich – wie schon gesehen – nicht so sehr in den Vordergrund und neigt eher zum Understatement.
Verhandlungstaktik
Der Ostdeutsche betont Harmonien und Übereinstimmungen und vermeidet die konfliktträchtigen Themen. Diese Betonung der Harmonien erscheint dem Westdeutschen eher überflüssig. Er betont das Besondere, Einzigartige und Effiziente.
Die Worte „Ja“ und „Nein“
Wenn ein Ostdeutscher nicht übereinstimmt, dies aber nicht offen ausprechen will, dann schweigt er. In Westdeutschland bedeutet Schweigen eher „Ja“.
(Beitrag in Anlehnung an den Bericht „Fremd im eigenen Land“ aus dem Harvard Business Manager vom November 2009).
Es ist ein alter Tipp, den Viele kennen und der Viele zum Schmunzeln bringt: Lege Dir ein Buch unter das Kopfkissen, das das Wissen enthält, das Du lernen willst. Ha, ha, ha,…
Wirklich?
Wir sollten unterscheiden zwischen der Information und dem Träger der Information („Träger des Geistes“). Das Buch ist nur der Träger der Information, wie es viele andere Träger von Informationen gibt und gegeben hat: Steintafeln, Papyrus-Rollen, Tierhäute, Disketten, Magnetbänder, USB-Sticks und so weiter. Diese Träger bannen also lediglich die Information, sie bringen Geist in materielle Form. Wer also mit einem Buch unter dem Kopfkissen schläft, verknüpft seinen Geist mit dem im Buch gebannten Geist.
Vor diesem Hintergrund gar nicht so dumm, oder?
Nun sind wir noch nicht so weit, dass wir es bei diesem Schritt belassen können. Weitere Schritte müssen folgen. Aber auf diesem Weg können wir durchaus schon mal in das Wissen eintauchen, das wir lernen wollen.
Auswendiglernen klingt nach viel Arbeit oder? Ist es aber nicht, wenn man Folgendes verstanden hat: Das Gehirn lernt die Abfolge und braucht dann nur noch den Auslöser. Also gilt es die „Lernarbeit“in zwei Schritte zu unterteilen.
a) das Lernen der Abfolge
b) die Fokussierung auf den Auslöser.
a) Das Lernen der Abfolge
Der einfachste Weg ist, sich den zu lernenden Inhalt auf Band zu sprechen und immer wieder anzuhören. Nebenbei anzuhören: beim Autofahren, Joggen und so weiter. Man kann sich den Text auch laut vorlesen. Den Text zu lesen und zu sprechen aktiviert mehr Speicherkapazitäten, als „nur“ zu hören. Dazu ist eine Visualisierung der Struktur des Gelernten sinnvoll. Will man zum Beispiel ein Gedicht lernen, so ist es sinnvoll sich die Anzahl der Strophen zu verdeutlichen.
b) Die Fokussierung auf den Auslöser
Nun kommt es im zweiten Schritt darauf an, den gelernten Ablauf auf einen Auslöser hin zu verdichten und diesen Auslöser so zu wählen, dass er sich mit der Prüfungsfrage verknüpft. Man muss also überlegen, durch welches Wort, das Gelernte abgeprüft werden kann. So muss zum Beispiel, wenn der Kapitalwert geprüft werden soll, das Wort „Kapitalwert“ verwendet werden. Das Wort „Kapitalwert“ ist also der Auslöser. Diesen Auslöser muss man nun mit dem Anfang des gelernten Ablauf zur Lösung verknüpfen. Beim Kapitalwert ist dies das Zeichnen eines Zahlenstrahls. Wenn man sich an diese erste Aktion erinnert, dann kann das Gehirn den Rest abrufen. Wenn man hingegen ein Gedicht auswendig lernen und dann auch aufsagen möchte, dann wird der Text durch den Anfang des Satzes abgerufen. Besonderen Wert muss man hier auf die Übergänge legen. Das letzte Wort der vorherigen Strophe, sollte wieder das erste Wort der folgenden Strophe auslösen.
Aus dem Newsletter der Xing-Gruppe „KAIROS-Unternehmer“ von Martina Baehr entnehme ich folgenden Text:
Er beschreibt einen Besuch in Tibet 2005 bei in dem Jemand auf den Abt eines Klosters trifft und ihm die folgende Frage stellt: „Was verbindet uns miteinander, mit unserer Welt und dem Universum? Was ist es, was unsere Gebete über unseren Körper hinaus transportiert und die Welt zusammenhält? Der Abt schaute diesem Menschen direkt in die Augen während der Übersetzer seine Frage formulierte.
„Mitgefühl“, sagte er zu meiner großen Überraschung, „der Geshe (großer Lehrer) sagt, das Mitgefühl verbindet uns“. „Wie ist das möglich?“ wurde nachgefragt, um mehr Klarheit zu gewinnen. „Meint er Mitgefühl als Naturkraft oder als emotionale Erfahrung?“ Das Ergebnis dieser Frage war ein heftiger Austausch zwischen dem Übersetzer und dem Abt. „Mitgefühl verbindet alle Dinge“ wurde mir als endgültige Antwort übermittelt – und das wars!“
Was ist Mitgefühl?
Etwas später stellt dieser Jemand – Greg Braden – diese Frage einem weiteren Mönch, um eine nähere Erläuterung zu erhalten: „Ist Mitgefühl eine Schöpfungskraft oder eine Erfahrung?“ Der Mönch antwortete kurz und kraftvoll: „Beides. Mitgefühl ist sowohl eine Kraft des Universums als auch eine menschliche Erfahrung“.
Greg Braden folgert daraus, dass unsere Gefühle dazu dienen, unser Bewusstsein auszurichten und zu fokussieren. „Gefühle sind zwar offensichtlich die Sprache, durch die wir mit dem göttlichen Urgrund Kontakt aufnehmen können, doch nicht jedes Gefühl taugt dazu. Um echtes Mitgefühl zu empfinden, müssen wir uns in einen Zustand versetzen, in dem wir keine ausgeprägten Erwartungen haben.“
Das Compassion-Project
Da passt es gut, dass einer der größten Lehrer der heutigen Zeit – Harry Palmer – im AVATAR-Netzwerk vor ein paar Tagen das „Compassion-Project“ (Mitgefühls-Projekt) gestartet hat. Auf einer Million Karten wird die Mitgefühls-Übung aus den AVATAR-Unterlagen in die Welt gebracht. Die Resonanz wird spürbar sein…
Viele Menschen verstehen nicht, dass es in anderen Ländern andere „ungeschriebene Regeln“ gibt und denken, es sei Alles „so wie bei uns“. Keiner weiß, wie viele Geschäfte schon deswegen nicht zum Abschluss gekommen sind, aber die Summe ist sicher hoch. Dass es zwischen Deutschland und Japan unterschiedliche Regeln geben mag, wird der Ein oder Andere noch verstehen. Aber innerhalb Deutschlands? Und doch ist es so.
Hier der zweite Teil des Beitrags über die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland:
Sprechpausen
Die Sprechpausen eines Westdeutschen sind etwa eine halbe Sekunde lang. Im Osten pausiert man hingegen eine bis drei Sekunden. Deswegen erscheint der Westdeutsche dem Ostdeutschen oft wie Jemand, der ohne Punkt und Komma redet. Der Westler hingegen wundert sich, hat er doch – in seiner Wahrnehmung – häufige Pausen gemacht und den Partner damit zu einer Entgegnung eingeladen. Nur eben waren diese Pausen so kurz, dass der Andere sie nicht als solche wahrgenommen hat.
Gesprächseröffnung
Der Westdeutsche beginnt ein Gespräch positiv, der Ostdeutsche eher mit einer negativen Wahrnehmung. Dies liegt weniger an einer pessimistischen Grundhaltung, sondern an dem Grundsatz: Hebe Dich nicht hervor. Dies würde man tun, wenn man das Gespräch positiv beginnt. Man würde darstellen, wie gut man sich im Moment persönlich fühlt.
Beziehung versus Status
Der Westdeutsche versucht in einem geschäftliche Gespräch zuächst einmal, den Status des Gegenüber heraus zu finden. Danach vertieft er die Beziehung. In Ostdeutschland ist es genau umgekehrt: erst die Beziehung, dann der Status. Deswegen erscheint der Westdeutsche dem Ostdeutschen oft als Angeber,weil dieser zunächst seinen Status betont und den Status des Anderen wissen will. Der Westdeutsche läuft außerdem Gefahr, den Status des Ostdeutschen zu unterschätzen, weil dieser das Gespräch nicht damit beginnt sondern eher zurückhält und später offenbahrt.
(Wird fortgesetzt,. Beitrag in Anlehnung an den Bericht „Fremd im eigenen Land“ aus dem Harvard Business Manager vom November 2009).