Heute morgen kommt mir ein alter Songtext von mir in den Sinn, der für heute ganz gut passt:
Heute schon gelebt?
Ich hab‘ auch heute,
viele Dinge vor mir,
und viele Leute,
brauchen mich hier.
Ich tu‘ das sehr gerne,
versteh‘ mich nicht miss,
es gehört dazu,
dass weiß ich gewiss.
Doch während der Alltag,
so an mir klebt,
frag‘ ich mich,
hab‘ ich heute schon gelebt?
Mein Blick schweift nach draußen,
der Frühling erwacht,
es wird wieder warm,
und die Sonne lacht.
Ich tu, was ich tun will,
versteh‘ mich nicht miss,
doch es ist nicht immer,
wonach mir ist.
Und während dies’ Bild,
mein Bewusstsein hebt,
frag‘ ich mich,
hab‘ ich heute schon gelebt?
Ich seh‘ meinen Hund,
wie er dösend ruht,
er kennt keine E-Mails,
er tut, was er tut.
Er kennt weder Zeitdruck,
nicht Ärger, Verdruss,
er hat wenige Dinge,
die er tun muss.
Doch ich hab‘ auch heute,
wieder fleißig gestrebt,
und ich frag‘ mich,
hab‘ ich heute schon gelebt?
Mein Blick schweift nach draußen,
ein Vogel singt,
ich höre bewusst,
wie schön es klingt.
Ich hab‘ meine Projekte,
mir selbst gewählt,
doch es ist nicht mehr alles,
was für mich zählt.
Und während ein Adler,
am Himmel schwebt,
frag‘ ich mich,
hab‘ ich heute schon gelebt?
Text: Marius Ebert, alle Rechte vorbehalten. Sie dürfen den Text mit Autorennennung weitergeben. Kommerzielle Nutzung ist untersagt. Die Inspiration zu diesem Text kam von einem Graffiti auf einer Häuserwand in Münster, das ich – mit dem Auto an einer Ampel stehend – mehrfach sah. Eine Melodie zu diesem Text gibt es noch nicht.
Die Einführung in die Spaßlerndenk®-Methode aus dem Seminar „Betriebswirt/in IHk in 22 Tagen“ in Köln am 02.06.2009 wurde aufgezeichnet. Hier ist der erste Teil:
Vor über 25 Jahren, während meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Münster, hatte ich mich im zweiten Semester entschlossen, mich von ineffizienten Vorlesungen und anderen so genannten Lehrveranstaltungen, die eher „inhaltliche Leerveranstaltungen“ waren, abzumelden. Seitdem ging ich meinen eigenen Lernweg und probierte so ziemlich Alles aus, was sich bot. Eines Tages stieß ich so auf ein Buch von Günter Beyer, Leiter des Instituts für creatives Lernen, ICL. Dort beschrieb er das Lernen im Schlaf und die nötige Ausrüstung. Und so startete ich mal wieder mit einem Selbstexperiment.
Ich brauchte: einen Kassettenrekorder, eine Zeitschaltuhr, ein Endlosband, ein Mikrofon. Auf das Endlosband sollte man die zu lernende Information sprechen und dann die Zeitschaltuhr so programmieren, dass der Kassenttenrekorder eine halbe Stunde nach dem Einschlafen einschaltet. Dann lief die Information die ganze Nacht und erwischte damit die Traumphasen, in denen man laut Beschreibung lernen könne.
Und so experimentierte ich. Zunächst brauchte ich mehrere Nächte, um den Lautstärkepegel so leise einzustellen und den Kassenttenrekorder so in meinem Zimmer zu platzieren, dass ich nicht aufwachte. Und: Endlosbänder gab es für maximal 6 Minuten, so dass die zu lernende Information nur 6 Minuten lang sein durfte. Dann musste man für eine neue Lerninformation ein neues Band besprechen.
Was ein Aufwand!
Ich musste also die Informationen so auf das Relevante verdichten, dass Sie in 6 Minuten zu erfassen waren. Ich merkte: Wenn mir das gelungen war, dann hatte ich schon 90% der Lernarbeit erledigt. Die Informationen dann wirklich zu lernen, war eine Kleinigkeit gegenüber der Aufbereitung. Eine Erkenntnis, die ich dann später für die Spaßlerndenk®-Methode nutzte.
Insgesamt kam ich zum Ergebnis: Die ganze Aktion mit dem Kassettenrekorder und dem Aufsprechen usw. stand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Aber das Verdichten von Informationen auf das Wesentliche war ein entscheidender Lernfaktor, den ich weiter (für mich und Andere nutzte). Nur das „Lernen im Schlaf“ verschwand für viele Jahre in einer meiner geistigen Schubladen.
Bis ich ein neues „verrücktes“ Gerät entdeckte, mit dem ich seit ein paar Tagen experimentiere (Fortsetzung folgt).
„Unser Gehirn lernt immer und macht nichts lieber. “ So sagt es Professor Manfred Spitzer, Direktor der psychatrischen Uniklinik Ulm. Spitzer ist begeisterter Gerhirnforscher. Seine Forschungsergebnisse (und die anderer Forscher) verbreitet er in Vorträgen, die auf DVD aufgezeichnet werden. Eine solche DVD habe ich mir vorgestern angesehen. Sie heißt „Wir lernen immer, Gehirnforschung und die Schule des Lebens“.
Und was höre ich da: Emotionen können das Lernen erheblich beschleunigen. Begeisterung des Lehrers für den Lernstoff überträgt sich auf die Lernenden. Das Gehirn ist trainierbar. Es verändert sich ständig (Spitzer zeigt Fotos).Das Gehirn verfügt über eine Million Milliarden Synapsen. Es ist damit hochgradig flexibel.
Und, um noch einmal auf die Überschrift dieses Beitrags zurückzukommen: Ganze Generationen sind zu Beginn der Schulzeit indoktriniert worden mit dem Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“.Es wird Zeit, dass das aufhört…
Die Aachener Nachrichten meldeten am 16.04.2009: Studenten mit dem höherwertigen Master-Abschluss haben einer Studie zufolge am Arbeitsmarkt kaum Vorteile zu Bachelor-Absolventen. Rund 86 Prozent der befragten Unternehmen unterscheiden die Bewerber nicht nach der Art ihres Abschlusses, ergab eine Umfrage der Fachhochschule Düsseldorf. Für diese Umfrage hatten Wirtschaftsstudenten der Fachhochschule Düsseldorf bundesweit 120 Stellenanzeigen ausgewertet sowie Bewerbungsprofile in Online-Jobbörsen gestellt und mit Absolventen gesprochen. Auch die Personalabteilungen von rund 30 nationalen und internationalen Konzernen mit Sitz in Deutschland wurden befragt.
Wichtigstes Kriterium bei der Einstellung sei der Studie zufolge die Berufserfahrung, die Art des Abschlusses rangiere erst an dritter Stelle, noch hinter der Abschlussnote.
Weiter heißt es: Trotz des fünfjährigen Studiums verdient ein Master-Absolvent oft nicht mehr als ein Bachelor-Absolvent nach nur drei Jahren Studium – und das in über 70 Prozent der Konzerne. Auch die Auftstiegschancen sind für Master-Absolventen selten höher als für einen Bachelor.
(Quelle: „Kein Vorteil für Master-Studenten“ , Studie belegt: Unternehmen achten kaum auf den Hochschulabschluss. Aachener Nachrichten vom 16.04.2009)
Das ist sehr aufschlussreich, wie ich finde. Und zeigt, dass ein Betriebswirt/in IHK gute Chancen hat, mit diesen akademischen Abschlüssen zu konkurrieren. Berufserfahrung bringen er oder sie im Überfluss mit (im Vergleich zu Bewerbern von der Uni) und mit einem Bachelor in Betriebswirtschaft kann ein Betriebswirt/in IHK allemal mithalten. Wer jetzt noch die Engpass-Konzentrierte-Strategie (EKS) bei der Bewerbung einsetzt, die ich im Seminar so oft anrege, der dürfte kaum aufzuhalten sein…
(Hinweis: Über die EKS-Bewerbungsstrategie gibt es in diesem Blog einige Beiträge, die nützlich sind. Bitte „Themenbrief Nr. 2″, „Themenbrief Nr. 3″ und „Themenbrief Nr. 4″ über die Suchfunktion finden und studieren.)
Diese Woche hatte ich einen sehr netten telefonischen Kontakt mit Jemandem, der sich auf das Steuerberater-Examen vorbereitet. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, keine Frage.
Aber es ist kein Grund, sich seine eigene Hölle zu kreieren. Und das tat nicht nur diese Frau, sondern das tun viele Menschen, die auf eine Prüfung zusteuern.
Hier eine kleine und wirkungsvolle Hilfe für Menschen, die das ändern wollen. Wie so oft, sind es die Einstellungen und Überzeugungen, die diese Zustände hervorrufen. Wenn wir unsere Einstellung zu Etwas ändern, dann ändern sich auch unsere Erfahrungen.
Ja, es ist so einfach!
a) Beobachten Sie sich. Schreiben Sie alle Überzeugungen, die Ihnen beim Lernen bewusst werden, auf ein Blatt Papier. Damit machen Sie sich diese Überzeugungen bewusst.
b) Entscheiden Sie, ob die Überzeugung hilfreich oder behindern ist.
c) Verabschieden Sie sich liebevoll (!) von den nicht hilfreichen Überzeugungen.
Hier ein paar Ideen und Beispiele:
Statt: Ich muss Alles wissen. —- Besser: Ich muss nur wissen, wo es steht (Oft sind Gesetze als Hilfsmittel zugelassen).
Statt: Ich muss Alles sofort wissen. —– Besser: Ich kann Dinge, die ich nicht sofort weiß zurückstellen, und mir Zeit zum Überlegen geben.
Statt: Die Prüfung wird mir zeigen, was ich nicht kann.——-Besser: In der Prüfung kann ich zeigen, was ich kann.
Und: Achten Sie sorgfältig auf Entspannungsphasen in der Prüfungsvorbereitung: Massage, Sauna, Sport, Kino, Musik hören, Spazieren Gehen, ausreichend Schlaf (!), die Möglichkeiten sind vielfältig. Erhalten und pflegen Sie ihr seelisches Gleichgewicht.
Wer sagt eigentlich, dass Sie sich in einer Vorbereitungsphase nicht wohl fühlen dürfen?
Machen Sie sich bewusst: Bloß weil viele Menschen glauben, in einer Prüfungsvorbereitung müsse man unbedingt in Panik geraten, so ist das auf gar keinen Fall hilfreich. Es handelt sich lediglich um eine kollektive Überzeugung, mehr nicht. Es liegt eine gewissen Tragik darin, dass diesen Menschen, die das glauben, exakt nach ihrem Glauben geschieht, was man hier nachlesen kann: „Es wird Euch geschehen nach Eurem Glauben.“ (Matthäus 9,29).
Alfred Ritter, Chef der bekannten Schokoladenfabrik sagt zu betriebsbedingten Kündigungen:
„Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Betrieb, in dem es heißt, dass 20 Prozent entlassen werden. Was denkt ein Mitarbeiter als Erstes? Wahrscheinlich denkt er: Bin ich etwa dran? Und dann geht das Hauen und Stechen los. Jeder will sich auf Kosten des anderen profilieren, um dabeizubleiben. Da geht sehr schnell die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft im Umgang miteinander verloren. Das schlägt auf die Stimmung und die leistungsstarken Mitarbeiter suchen sich einen neuen Job. Dann haben Sparmaßnahmen einen völlig unerwarteten Effekt: Eine Qualitätsminderung der Belegschaft.“
Zum Vergleich eines Familienunternehmens mit einer börsennotierten Aktiengesellschaft sagt Ritter: „Ein Familienunternehmen denkt normalerweise nicht in Halbjahres- oder Vierteljahresbilanzen, sondern in Zeiträumen von 20 Jahren. Das hat eine ganz andere Art zur Folge, mit den Mitarbeitern umzugehen… Der Manager eine börsennotierten Aktiengesellschaft, der Quartalbilanzen veröffentlichen muss, kann dagegen nicht abwarten und den Markt in Ruhe analysieren. Das geht gar nicht. Selbst wenn er es wollte. Er muss immer nur den Gewinn maximieren.„
(Zitiert aus: „Mitarbeiter noch nie betriebsbedingt gekündigt“, wirtschaft + weitebildung 06/2009. Vgl. dazu auch meinen Beitrag „Trendwende auf leisen Sohlen“ in diesem Blog. Ritter hat 2008 296 Mio EUR Umsatz gemacht und beschäftigt 800 Mitarbeiter).
Viel zu viel wird in unserer Wirtschaftspresse von den großen, börsennotierten Kapitalgesellschaften berichtet. Warum zuviel? Einmal, weil ihr Anteil an der Gesamtzahl der Unternehmen noch nicht einmal 5% beträgt und zum zweiten, weil wir dort viel zu viel lesen über „maximale Rendite“ „Shareholder Value“ „Quartalsberichte“ und Ähnliches.
Wie wohltuend ist es da, dass Alfred Ritteer, Chef der 1912 gegründeten Schokoladenfabrik Alfred Ritter GmbH & Co KG in Waldenbruch vom „idealen Gewinn“ spricht. Seine Begründung: „Nehmen wir das Beispiel Kakao. Wenn man Hochqualitätskakao haben will, dann erfordert das, dass jemand sich professionell um den Anbau kümmert. Das muss man können. Eine Kakaoplantage pflegen, das macht man nicht so nebenbei, da geht es um profundes landwirtschaftliches Wissen. Wenn man hier versucht, das Letzte aus einer Ernte herauszupressen, indem auf der Plantage womöglich auch noch ungelernte Kräfte arbeiten, dann wird man am Ende keinen Hochqualitätskakao abliefern. Qualität und ein fairer Preis, das bedingt sich eben. Man muss dem Produzenten erst mal die Gelegenheit dazu geben, Qualität herzustellen. Wir wollen ganz bewusst den Einkaufspreis nicht um den letzten Cent drücken, sonst haben wir letztendlich sebst den Nachteil, weil wir schlechte Rohstoffe erhalten.“
Ritter dann auf die Frage, woran er merke, dass er genügend Gewinn erzielt habe: „Es ist betriebswirtschaftlich bekannt, was ein Unternehmen braucht, um gesund leben zu können. Etwas mehr ist auch in Ordnung, weil es Spaß macht, Erfolg zu haben. Aber es gibt Grenzen. Wenn man Umsatzrenditeerwartungen von 30 Prozent nach Steuern hat, dann liegt man auf jeden Fall darüber, und zwar deutlich.“
Im weiteren Verlauf des Interviews verrät Ritter noch, dass er noch nie betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen habe. Und er sagt: „Zufriedene Mitarbeiter sind die wichtigste Zutat zu unserer Schokolade.“
Mehr aus dem bemerkenswerten Interview in einem der nächsten Beiträge.
(Zitiert aus dem Artikel „Mitarbeiter noch nie betriebsbedingt gekündigt“ aus wirtschaft und weiterbildung 06/2009 S. 8 ff.)
Durch Irgendetwas oder Irgendjemanden informiert, war eine Journalistin vom Generalanzeiger da und in der Wochendendausgabe wurde das folgende Bild veröffentlicht: