Geschrieben von mariusebert am 12. März 2009
Gute Praxisbeispiele machen betriebswirtschaftlichen Unterricht interessant. Doch manchmal kommen in der Theorie Konstellationen vor, die man in der Praxis eher selten findet, zum Beispiel „Ein-Produkt-Unternehmen“. Hier ist ein solches seltenes Beispiel: die flexi Bogdahn Internationational GmbH u. Co KG. Auf der Website des Unternehmens steht: „Wir machen nur eines, das aber richtig und in hoher Perfektion!“
Wirtschaftlicher Erfolg: immer einfach, selten leicht
Und etwas Weiteres zeigt sich hier: gute Ideen sind oft einfach. Wirtschaftlicher Erfolg ist oft einfach, selten leicht. So war es in diesem Fall: Der Hundebesitzer und Gründer des Unternehmens, Manfred Boghdan sah sich in einem Konflikt zwischen dem – fast immer vorgeschriebenen – Leinenzwang und dem dem Bewegungsdrang seiner Hunde. Konnte man die beiden Widersprüche miteinander verbinden? Er versuchte es zunächst mit einer Eigenkonstruktion: dem Aufrollmechanismus aus dem Startermechanismus einer Motorsäge, den er zwischen zwei Holzschalen klemmte.
Er sagte: „Beim Spazierengehen mit desem ersten Prototyp der Roll-Leine fand ich derart viel Aufmerksamkeit bei Hundehaltern, dass ich mich entschloss, diese Leine zu vermarkten.“
Und das kam dabei raus:
Und hier die ökonomische Dimension: Derzeit liegt der Weltmarktanteil bei rund 60%. Man kann sich also „Weltmarktführer“ nennen. Und wieder zeigt sich, dass wirtschaftliches Wachstum und Innovation oft aus eigenen Problemen entsteht, die man zunächst für sich selber löst und erst danach die Problemlösung an Andere verkauft.
Oder, um es überspitzt zu formulieren: wer selber ein brennendes Problem hat, der hat gleichzeitig einen Schlüssel in der Hand.
(Text in teilweiser Anlehnung an den Strategie Report, Ausgabe Oktober 2008, Artikel: „Eine tierische Zielgruppe“)
Bis zum nächsten Mal, viele Grüße
Marius Ebert

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